Tabakwerbeverbot: Kalte Enteignung
Den Marlboro-Cowboy gibt es in Australien schon lange nicht mehr: Zigarettenwerbung ist dort strikt verboten, außer auf den Packungen selbst. Ab Dezember 2012 soll aber selbst das untersagt sein. Dann dürfen nur olivgrüne Einheitsverpackungen mit Schockbildern verkauft werden. Diese rigide Maßnahme ist bislang beispiellos in einer Marktwirtschaft. Und sie versetzt die Tabakkonzerne zu Recht in Aufruhr.
Dass Rauchen krank macht, dass jedes Jahr weltweit Hunderttausende von Menschen wegen des Tabakkonsums sterben, muss nicht diskutiert werden. Streiten lässt sich aber sehr wohl darüber, ob der australische Weg der richtige ist, um den Rauchern die Zigaretten nachhaltig zu verleiden. Denn Doppelmoral hilft im Umgang mit der Massendroge Nikotin nicht weiter.
Wenn eine Regierung zu der Auffassung gelangt, dass Zigaretten wegen ihrer erheblichen Gesundheitsgefahren nicht zu dulden sind, dann wäre nur eines konsequent: das Verbot von Produktion, Verkauf und Kauf von Zigaretten - also die Prohibition. So weit will aber niemand gehen. Einerseits bringt die Tabaksteuer dem Staat Milliarden; allein in Deutschland waren es 2010 rund 13,5 Mrd. Euro. Und ein Zigarettenverbot würde an der Durchsetzbarkeit scheitern - die Prohibition in den USA konnte den Alkoholkonsum ja auch nicht unterbinden.
Die Zwischenlösung, den Verkauf zu erlauben, aber nicht das Markendesign auf den Packungen, ist daher albern. Mit Logos und Images auf der Packung zu werben ist nichts Verwerfliches - zumal schon drastische Warnhinweise draufstehen.
Die Konzerne werden nicht nur ihrer wertvollen Marken ohne schlüssige Begründung beraubt und damit ihrer Möglichkeit, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Der Staat hält den Kunden sogar für unmündig, harmlosen Logos zu widerstehen. So viel freien Willen und Entscheidungskraft sollte er aber seinen Bürgern schon zutrauen. (END) Dow Jones NewswiresNovember 21, 2011 13:57 ET (18:57 GMT)
Den Marlboro-Cowboy gibt es in Australien schon lange nicht mehr: Zigarettenwerbung ist dort strikt verboten, außer auf den Packungen selbst. Ab Dezember 2012 soll aber selbst das untersagt sein. Dann dürfen nur olivgrüne Einheitsverpackungen mit Schockbildern verkauft werden. Diese rigide Maßnahme ist bislang beispiellos in einer Marktwirtschaft. Und sie versetzt die Tabakkonzerne zu Recht in Aufruhr.
Dass Rauchen krank macht, dass jedes Jahr weltweit Hunderttausende von Menschen wegen des Tabakkonsums sterben, muss nicht diskutiert werden. Streiten lässt sich aber sehr wohl darüber, ob der australische Weg der richtige ist, um den Rauchern die Zigaretten nachhaltig zu verleiden. Denn Doppelmoral hilft im Umgang mit der Massendroge Nikotin nicht weiter.
Wenn eine Regierung zu der Auffassung gelangt, dass Zigaretten wegen ihrer erheblichen Gesundheitsgefahren nicht zu dulden sind, dann wäre nur eines konsequent: das Verbot von Produktion, Verkauf und Kauf von Zigaretten - also die Prohibition. So weit will aber niemand gehen. Einerseits bringt die Tabaksteuer dem Staat Milliarden; allein in Deutschland waren es 2010 rund 13,5 Mrd. Euro. Und ein Zigarettenverbot würde an der Durchsetzbarkeit scheitern - die Prohibition in den USA konnte den Alkoholkonsum ja auch nicht unterbinden.
Die Zwischenlösung, den Verkauf zu erlauben, aber nicht das Markendesign auf den Packungen, ist daher albern. Mit Logos und Images auf der Packung zu werben ist nichts Verwerfliches - zumal schon drastische Warnhinweise draufstehen.
Die Konzerne werden nicht nur ihrer wertvollen Marken ohne schlüssige Begründung beraubt und damit ihrer Möglichkeit, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Der Staat hält den Kunden sogar für unmündig, harmlosen Logos zu widerstehen. So viel freien Willen und Entscheidungskraft sollte er aber seinen Bürgern schon zutrauen. (END) Dow Jones NewswiresNovember 21, 2011 13:57 ET (18:57 GMT)
© 2011 Dow Jones News
