NEW YORK (Dow Jones)--Im Kampf um die Übernahme von T-Mobile USA hat der US-Telekomkonzern AT&T eine Niederlage einstecken müssen. Die US-Telekomaufsicht FCC folgt nun zwar einem Antrag der AT&T Inc und verzichtet zunächst auf eine weitere Prüfung der angestrebten Übernahme der Telekom-Tochter durch den amerikanischen Konzern. Gleichzeitig veröffentlichte die Behörde am Dienstag aber unter Protest von AT&T interne Dokumente, die zeigen, wie sehr die FCC gegen die Transaktion eingestellt ist.
In einem 109 Seiten umfassenden Bericht heißt es, die 39 Mrd USD schwere Transaktion werde den Wettbewerb in den USA zum Verschwinden bringen, zu höheren Preisen führen und eine hohe Zahl an Arbeitsplätzen in der Telekomindustrie kosten. Kunden hätten weniger Auswahl, zudem würde die Übernahme der Tochter der Deutschen Telekom AG durch AT&T die Anreize für Innovationen in der Branche mindern, glaubt die FCC. Für AT&T ist die Veröffentlichung der Argumente ein Rückschlag, denn die öffentliche Meinung wendet sich immer stärker gegen den Deal.
Dabei folgte die Telekomaufsicht eigentlich nur einem Antrag des US-Telekomkonzerns. Dieser will sich wegen des wachsenden Widerstandes nur auf das kartellrechtliche Verfahren beim US-Justizministerium konzentrieren. Um nicht an zwei Fronten kämpfen zu müssen, hatten die Amerikaner deshalb ihren parallel laufenden Antrag bei der FCC zurückgezogen. Dabei hatte die Behörde zunächst zögerlich reagiert und wollte die Angelegenheit dennoch weiterverfolgen.
Nun zieht sie sich wunschgemäß zurück, nicht ohne einen Warnschuss gegen AT&T abzugeben. Der US-Konzern kann - wenn er möchte - später erneut einen Antrag auf Genehmigung der T-Mobile-Übernahme in den USA einreichen.
AT&T reagierte mit Protest auf die Veröffentlichung des FCC-Berichtes. "Dieser hat nach dem Gesetz keine Bedeutung, das wirft die Frage auf, warum die FCC ihn veröffentlicht hat", klagte AT&T. Die FCC konterte, die Veröffentlichung diene zur Herstellung von Transparenz.
AT&T und die Telekom hatten den Verkauf von T-Mobile USA an die Amerikaner im März vereinbart. Die Amerikaner könnten damit ihre Marktposition im gesättigten US-Markt stärken, während sich die Telekom mit einem goldenen Handschlag aus dem seit Jahren schwächelnden Geschäft zurückziehen könnte.
-Von Greg Bensinger, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/jhe/mgo
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November 30, 2011 01:03 ET (06:03 GMT)
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