Deutsche Autobauer geraten im
Handelsstreit zwischen China und den USA zwischen die Fronten. Die
Chinesen wollen Autos mit Strafzöllen belegen, die in den
Vereinigten Staaten vom Band rollen. Alle deutschen Konzerne sind in
den USA mit jeweils einem Werk vertreten. Während Volkswagen
"Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird", sagte eine Daimler-Sprecherin am Mittwoch in New York. Der Rivale BMW betonte in einer ersten Reaktion, der Konzern rechne nicht mit spürbaren Folgen. Selbst der US-Autoriese GM zeigte sich betont gelassen, gleichwohl das Unternehmen die schwerste Bürde zu tragen hat.
Fahrzeuge von GM sollen mit Strafzöllen von 12,9 Prozent belegt werden und Wagen von Chrysler mit 8,8 Prozent, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das chinesische Handelsministerium. Für Autos aus der US-Produktion von BMW und Daimler seien Zölle von 2,0 beziehungsweise und 2,7 Prozent vorgesehen, hieß es. Auch andere Hersteller seien betroffen. Die Zölle gelten für Autos mit mehr als 2,5 Litern Hubraum.
"Wir rechnen nicht mit nennenswerten Auswirkungen", sagte ein BMW-Sprecher mit Blick auf den relativ niedrigen Prozentsatz, der auf den Preis aufgeschlagen wird. Wie Daimler stellt BMW in den Vereinigten Staaten die meisten seiner Geländewagen her. Seit Jahresbeginn seien in China rund 15.000 X5 verkauft worden sowie knapp 6000 der kleineren X3 und etwa 7.700 der größeren X6, sagte der Sprecher.
Die BMW-Aktie hatte am Mittwoch gut 5 Prozent verloren und sich damit deutlich schlechter als der Markt entwickelt. Das Daimler-Papier verlor 3 Prozent. Die Stuttgarter haben bis zum November annähernd 9.000 M-Klasse-Geländewagen aus US-Produktion in China verkauft sowie 7.800 Exemplare des Familienwagens R-Klasse. Hinzu kommt noch der große GL-Geländewagen, für den aber zunächst keine Verkaufszahlen vorlagen.
Die Aktie von GM büßte 2 Prozent ein und damit ebenfalls mehr als der Markt, wenngleich sich die Auswirkungen der chinesischen Strafzölle nach Angaben eines GM-Sprechers in Grenzen halten: "GM baut seine Autos in der Regel dort, wo sie auch verkauft werden. Die Fahrzeuge, die GM nach China einführt, machen weniger als ein halbes Prozent der örtlichen Produktion aus."
Eine Sprecherin des amerikanischen Handelsbeauftragten zeigte sich am Mittwoch enttäuscht über die chinesischen Pläne. Man werde mit den Beteiligten und dem US-Congress über das weitere Vorgehen beraten.
Der Autoriese General Motors
Die Strafzölle dürften eine Gegenmaßnahme sein: Peking war es nicht gelungen, US-Zölle auf chinesische Reifen abzuwenden. Auch ein Gang vor die Welthandelsorganisation WTO war ergebnislos geblieben. China ist für die weltweite Autoindustrie zu einem immer wichtigeren Absatzmarkt geworden. Zuletzt hatte sich das Wachstum allerdings deutlich verlangsamt./so/das/DP/she
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AXC0250 2011-12-14/20:42
