NEW YORK (Dow Jones)--Am Donnerstag ist die europäische Schuldenkrise am US-Rentenmarkt erstmals in der laufenden Woche von einer Flut an Konjunkturdaten aus den USA als beherrschendes Thema verdrängt worden. Die nahezu ausnahmslos positiven Daten steigern die Zuversicht unter Anlegern und drücken die Notierungen der US-Anleihen im frühen New Yorker Handel ins Minus. Gleichzeitig ging eine Auktion spanischer Staatsanleihen glatt über die Bühne, weshalb Anleger den US-Daten mehr Aufmerksamkeit schenken. Gegen 16.31 Uhr MEZ fallen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000% um 2/32 auf 100-26/32 und rentieren mit 1,91%. Der mit 3,125% verzinste Longbond reduziert sich um 6/32 auf 104-6/32, seine Rendite steigt damit auf 2,91%.
Spanien nahm dank einer guten Nachfrage bei Auktionen langlaufender Anleihen deutlich mehr ein als im Vorfeld geplant. Dabei musste das Land bei den neun- und zehnjährigen Papieren etwas höhere Zinsen in Kauf nehmen, während die Rendite deutlich niedriger ausfiel als bei der vorangegangenen Auktion gleicher Titel. Belastet werden die Festverzinslichen von einer Reihe überraschend positiver Konjunktursignale.
Das verarbeitende Gewerbe in der Region Philadelphia hat ihr Wachstumstempo überraschend deutlich gesteigert. Der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia berechnete Diffusionsindex stieg im Dezember auf plus 10,3 Punkte, befragte Volkswirte hatten nur einen Indexstand von plus 5,0 erwartet, nachdem der Index im Vormonat bei plus 3,6 gelegen hatte. Negative Werte deuten auf eine Kontraktion der Geschäftstätigkeit, positive Zahlen auf eine Expansion.
Auch der Ballungsraum New York liefert am Berichtstag keine Kaufargumente für die US-Anleihen. Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im Dezember höher als erwartet gewesen. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index stieg auf plus 9,53 Punkte von plus 0,61 im Vormonat. Befragte Volkswirte hatten einen Stand von plus 3,00 prognostiziert. Des Weiteren scheint sich der arg gebeutelte Arbeitsmarkt allmählich zu erholen. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Vorwoche überraschend gefallen und erreichte den niedrigsten Stand seit Mai 2008.
Händler verweisen zudem auf Inflationssorgen. Inflation gilt als die größte Bedrohung für festverzinsliche Papiere schlechthin. Auf Basis der Erzeugerpreise fiel der Inflationsdruck im November zwar verhalten aus, dennoch rangierten die Werte über den Erwartungen. Die Produzentenpreise stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3%, befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,2% gerechnet. Auf Jahressicht stiegen die Erzeugerpreise im November um 5,7%, für die Kernrate wurde ein Plus von 2,9% gemeldet.
Einzig die Daten zur Industrieproduktion bremsen den Fall der US-Anleihen etwas. Diese ist in den USA im November zum ersten Mal seit sieben Monaten gesunken. Der Fertigungsrückgang betrug 0,2% zum Vormonat, Ökonomen hatten einen Anstieg um 0,2% prognostiziert.
DJG/DJN/flf
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December 15, 2011 10:41 ET (15:41 GMT)
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