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US-Anleihen im späten US-Handel von Konjunkturdaten belastet

NEW YORK (Dow Jones)--Am Donnerstag ist die europäische Schuldenkrise am US-Rentenmarkt erstmals in der laufenden Woche von einer Flut an Konjunkturdaten aus den USA als beherrschendes Thema verdrängt worden. Die nahezu ausnahmslos positiven Daten steigerten die Zuversicht unter Anlegern und drückten die Notierungen der US-Anleihen ins Minus. Gleichzeitig ging eine Auktion spanischer Staatsanleihen glatt über die Bühne, weshalb Anleger den US-Daten mehr Aufmerksamkeit schenkten.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000% fielen im späten New Yorker Handel um 3/32 auf 100-25/32 und rentierten mit 1,91% - zwischenzeitlichen waren die Renditen der Benchmark-Anleihen auf den tiefsten Stand seit Oktober gesunken. Der mit 3,125% verzinste Longbond reduzierte sich um 12/32 auf 104 glatt, seine Rendite stieg damit auf 2,92%. Die Serie äußerst erfolgreicher Emissionen neuer Schuldtitel durch das US-Schatzamt setzte sich am Berichtstag fort, hatte aber kaum Einfluss auf den Sekundärmarkt. Bei einer Auktion fiel die ohnehin schon negative Rendite einer fünfjährigen inflationsindexierten Anleihe (TIPS) auf den tiefsten Wert überhaupt.

Belastet wurden die Festverzinslichen von einer Reihe überraschend positiver Konjunktursignale. Das verarbeitende Gewerbe in der Region Philadelphia hat ihr Wachstumstempo überraschend deutlich gesteigert. Der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia berechnete Diffusionsindex stieg im Dezember auf plus 10,3 Punkte, befragte Volkswirte hatten nur einen Indexstand von plus 5,0 erwartet, nachdem der Index im Vormonat bei plus 3,6 gelegen hatte. Negative Werte deuten auf eine Kontraktion der Geschäftstätigkeit, positive Zahlen auf eine Expansion.

Auch der Ballungsraum New York lieferte am Berichtstag keine Kaufargumente für die US-Anleihen. Die Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York ist im Dezember höher als erwartet gewesen. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Index stieg auf plus 9,53 Punkte von plus 0,61 im Vormonat. Befragte Volkswirte hatten einen Stand von plus 3,00 prognostiziert. Des Weiteren scheint sich der arg gebeutelte Arbeitsmarkt allmählich zu erholen. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Vorwoche überraschend gefallen und erreichte den niedrigsten Stand seit Mai 2008.

Händler verwiesen zudem auf Inflationssorgen. Inflation gilt als die größte Bedrohung für festverzinsliche Papiere schlechthin. Auf Basis der Erzeugerpreise fiel der Inflationsdruck im November zwar verhalten aus, dennoch rangierten die Werte über den Erwartungen. Die Produzentenpreise stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,3%, befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,2% gerechnet. Auf Jahressicht stiegen die Erzeugerpreise im November um 5,7%, für die Kernrate wurde ein Plus von 2,9% gemeldet.

Einzig die Daten zur Industrieproduktion bremsten den Fall der US-Anleihen etwas. Diese ist in den USA im November zum ersten Mal seit sieben Monaten gesunken.

DJG/DJN/flf 

(END) Dow Jones Newswires

December 15, 2011 15:53 ET (20:53 GMT)

Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.

© 2011 Dow Jones News
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