Die Deutsche Telekom
Vorbörslich notierte die Aktie der Deutschen Telekom mit mehr als 1 Prozent im Minus.
Für die Deutsche Telekom kommt der am späten Montag verkündete Abbruch der Übernahme nicht überraschend; die Hinweise darauf hatten sich in den vergangenen Wochen verdichtet. Die Bonner dürfen sich immerhin über ein Trostpflaster freuen: Die Telekom bekommt drei Milliarden Dollar in bar. Zudem darf sie das Netz des größeren Rivalen mehrere Jahre lang mitnutzen - das sogenannte Roaming - und bekommt begehrte Funkfrequenzen. AT&T bezifferte den Gesamtwert des Ausgleichspakets auf 4 Milliarden Dollar. Die Telekom erklärte in der Nacht, sie erwarte die Zahlung noch im laufenden Jahr.
PROBLEMFALL BLEIBT TELEKOM ERHALTEN
AT&T wäre mit dem Zukauf von T-Mobile USA zum mit Abstand
größten Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten aufgestiegen. Es
wären daneben aber nur noch zwei weitere nennenswerte Konkurrenten
übrig geblieben, nämlich Verizon
Die Deutsche Telekom und AT&T hatten die Übernahme im März eingefädelt und wollten sie eigentlich binnen eines Jahres unter Dach und Fach bringen. Für beide ging es um viel: AT&T hätte mit einem Schlag sein Netz deutlich ausgebaut, das unter der steigenden Zahl an datenhungrigen Smartphones ächzt. Die Telekom wiederum hätte sich eines Problemfalls entledigt und mit den Milliarden aus dem Verkauf ihre Schulden abgebaut.
ZUKUNFT VON T-MOBILE USA OFFEN
T-Mobile USA hatte bis zuletzt Vertragskunden verloren, auch weil der Anbieter als einziger der vier Großen Apples iPhone nicht im Angebot hat. Zudem steht über kurz oder lang ein teurer Netzausbau ins Haus, um mit den steigenden Datenmengen der Smartphones Schritt halten zu können. In der Branche wurde aber darauf hingewiesen, dass sich die Lage mit dem Roaming- und Frequenzpaket von AT&T entspannt habe.
Es ist aber unklar, ob die Bonner überhaupt noch Geld in ihre Tochter stecken wollen. Neun Monate hatte T-Mobile USA in der Luft gehangen - für die schnelle Mobilfunkbranche eine Ewigkeit. Es gehe nun erst einmal so weiter wie bisher, schrieb T-Mobile-USA-Chef Philipp Humm seinen Mitarbeitern und verwies auf erste Erfolge am Markt mit günstigen Smartphone-Tarifen. "Wir haben die Möglichkeit, unsere eigene Zukunft zu schreiben." In den kommenden Wochen solle die Strategie festgezurrt werden.
KEIN POTENTER KÄUFER IN SICHT
Ein ähnlich potenter Käufer wie AT&T ist weit und breit nicht in Sicht, und selbst eine Kooperation mit dem nächstgrößeren Mobilfunkanbieter Sprint dürfte auf das Missfallen der Wettbewerbshüter stoßen, die gerne den Status quo beibehalten würden.
Durch die Auflösung des Kaufvertrages werde T-Mobile USA künftig
wieder als fortzuführendes Geschäft der Deutschen Telekom
bilanziert, teilte das Dax-Unternehmen
ISIN US92343V1044 DE0005557508 US00206R1023 US8520611000
AXC0039 2011-12-20/08:47
