Washington/Peking (BoerseGo.de) - Sowohl Peking als auch Washington drohten Widerstand gegen das jüngst Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Emissionshandel in der Luftfahrtbranche an. Der EuGH hatte am Mittwoch die Einbeziehung aller ausländischen Fluggesellschaften in den europäischen Luftfahrt-Emissionshandel für zulässig erklärt.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag berichtete, warnte die Volksrepublik davor, dass der Zwang zum Kauf von Emissionsrechten für alle Airlines, die europäische Flughäfen anfliegen, zu einem Handelskrieg führen könne. "Dies ist eine Handelsbarriere im Namen des Umweltschutzes", schrieb laut Reuters die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua in einem offiziellen Kommentar.
Einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP zufolge, drohte auch die US-Regierung der Europäischen Union mit Konsequenzen. Das Verkehrsministerium erklärte, es lehne das Vorhaben der EU "rechtlich und politisch" ab, anderen Ländern ihre Politik aufzunötigen. Den USA stünden "etliche Möglichkeiten" zur Verfügung, sagte ein Regierungsbeamter.
Dem Urteil des EuGH zufolge müssen ab dem 1. Januar 2012 ausnahmslos alle Fluglinien, die einen EU-Flughafen anfliegen oder von dort starten, CO2-Emissionsrechte erwerben. Dadurch würden sich die Tickets nach Berechnungen der EU-Kommission um 2 bis 12 Euro verteuern.
Die amerikanische Luftfahrt-Organisation sowie die Fluggesellschaften American Airlines und United Continental hatten vor dem EuGH gegen eine Verpflichtung ausländischer Gesellschaften geklagt und verloren.
