Frankfurt (BoerseGo.de) - Der größte europäische Versicherungskonzern Allianz bestätigt seinen Stategieumschwung in Sachen Beteiligungen. Nach der Insolvenz des Druckmaschinenherstellers Manroland wollen die Münchener künftig keine kompletten Firmen mehr übernehmen. "Wirwollen mit Ausnahme von Wind- und Solarparks keine Vollkonsolidierung einer Beteiligung mehr", sagt Rainer Husmann, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Allianz Capital Partners (ACP) gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ - Freitagausgabe).
"Wir suchen nach Unternehmen, an denen wir bis zu 50 Prozent Anteil erwerben und als bedeutender Minderheitsaktionär einen soliden Cash-flow erzielen können. Unsere Vorgaben im Beteiligungsgeschäft sind selektiver als früher", fuhr der Manager fort.
Für den Strategiewechsel seien die Verluste, die die Allianz in ihrer Bilanz verbuchen musste, wie im Beispiel Manroland-Pleite, nicht Ausschlag gebend gewesen. Der Versicherer hatte die Kehrwende bereits vor zwei Jahren eingeleitet. Man habe eher auf veränderte regulatorische Anforderungen reagiert, betonte Husmann.
"Mehrheitsbesitz bedeutet, dass auch der Firmenwert und andere immaterielle Werte einer Beteiligung ins Allianz-Zahlenwerk wandern und damit das regulatorische Eigenkapital des Konzerns belasten", erklärte er in der FAZ. Außerdem bringe eine Pleite in der Größenordnung Manroland auch einen Reputationsschaden für den Mutterkonzern Allianz mit sich.
Die ACP besitzt im Moment noch sechs Unternehmen. Laut Husmann stehe man jedoch "nicht unter Verkaufsdruck". Marktgerüchten zufolge will sich die ACP jedoch gerne von Selecta trennen. Das wollte der Manager allerdings nicht kommentieren. In Zukunft stehen der ACP weiterhin rund eine Milliarde Euro für Zukäufe im Private-Equity-Geschäft zur Verfügung - allerdings seien Mehrheitsbeteiligungen nun "äußerst unwahrscheinlich".
