NEW YORK (Dow Jones)--Belastet von einem besser als erwarteten ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA haben sich die US-Anleihen am Dienstag im späten Handel in New York mit deutlichen Abgaben gezeigt. Es war der erste Handelstag im neuen Jahr. Nach verkürztem Handel am Freitag und der Neujahrsfeiertagspause am Montag fielen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000% um 23/32 auf 100-12/32 und rentierten mit 1,96%. Im Verlauf war die Rendite über die Marke von 2,00% geklettert. Der mit 3,125% verzinste Longbond fiel um 1-30/32 auf 102-20/32. Seine Rendite kletterte auf 2,99%. Ein Teilnehmer verwies allerdings auf die weiterhin sehr dünnen Umsätze.
Nach einer zwischenzeitlichen Erholung drückte das Protokoll des Offenmarktauschusses der US-Notenbank (FOMC) vom 13. Dezember die Notierungen wieder nach unten. Demnach gehen die Fed-Mitglieder von einer moderaten Wachstumsrate der Konjunktur in den USA aus. Die Arbeitslosigkeit gehe allmählich zurück. Die Fed will zudem noch im Januar damit beginnen, Zinsprognosen abzugeben. Dies soll Teil einer neuen Kommunikationsstrategie sein, welche für mehr Transparenz sorgen und außerdem die derzeit fragile Erholung der US-Konjunktur unterstützen soll. Zudem werde die Fed Projektionen für die Konjunktur, Arbeitslosigkeit und Inflation abgeben.
Hauptbelastungsfaktor war allerdings der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe. Der nationale Index erhöhte sich auf 53,9 Punkte und erreichte damit das höchste Niveau seit rund zweieinhalb Jahren. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten im Konsens einen Anstieg auf 53,5 Punkte prognostiziert. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA.
Auch die US-Bauausgaben sind im November überraschend stark gestiegen. Sie erhöhten sich saisonbereinigt um 1,2% gegenüber dem Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten im Vorfeld lediglich einen Anstieg um 0,3% erwartet. "Die Anleger müssen den Fokus derzeit auf die besser als erwartete Entwicklung der US-Konjunktur legen", so ein Händler. Solange sich allerdings keine endgültige Lösung für die Schuldenkrise in der Eurozone abzeichne, dürfte die Rendite für zehnjährige Papiere das Niveau von 2,25% nicht übersteigen, merkte ein Analyst an.
Damit dürfte das Abwärtspotenzial vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden Unsicherheiten bezüglich der Schuldenkrise in der Eurozone begrenzt sein. "Die Probleme bleiben extrem, wenn man sich den Finanzierungsbedarf der Peripherie-Staaten im ersten Quartal anschaut", ergänzte ein Beobachter.
DJG/DJN/ros
(END) Dow Jones Newswires
January 03, 2012 15:50 ET (20:50 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
