LONDON (Dow Jones)--Die Bank of England (BoE) hält sich die Option zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik offen. Zwar erhöhte die BoE ihre Inflationsprognose, doch gleichzeitig wurde auch die Wachstumserwartung zurückgenommen. "Das Wachstum wird in naher Zukunft wahrscheinlich gedämpft bleiben, bevor ein behutsamer Anstieg der Haushaltseinkommen und des Privatkonsums die Wirtschaft wieder in die Spur bringen sollten", erklärte die BoE in ihrem jüngsten Inflationsbericht. Im ersten Quartal war die britische Volkswirtschaft in eine Rezession zurückgefallen.
Bei der Preisentwicklung rechnet die BoE nun damit, dass die Inflation erst rund sechs Monate später als bislang angenommen auf den Zielwert von 2,0 Prozent zurückkehren wird. Bis Mitte 2013 dürfte die Jahresteuerung über 2 Prozent bleiben, hieß es, bevor die Inflation wieder auf den Zielwert sinke.
Als größte Gefahr für die Erholung der britischen Wirtschaft bezeichnete BoE-Gouverneur Mervyn King die Schuldenkrise in den Euro-Ländern. Ohnehin werde die heimische Wirtschaft in den nächsten beiden Jahren einem heftigen Gegenwind ausgesetzt sein, unter anderem wegen einer knappen Kreditvergabe durch den angeschlagenen Bankensektor. "Der Weg zur Erholung wird wahrscheinlich langsam und unsicher sein", sagte King.
Bei der jüngsten Ratssitzung hatte die BoE ihr Pulver trocken gehalten, denn trotz der Rezession in Grobritannien verharrt der Preisauftrieb hartnäckig über dem Inflationsziel. Der Schlüsselzinssatz blieb auf seinem Allzeittief von 0,50 Prozent und das Zielvolumen des Wertpapierportfolios blieb bei 325 Milliarden Britische Pfund. Viele Ökonomen erwarten allerdings, dass angesichts der Schwäche der britischen Wirtschaft durchaus weitere Stimulierungen der Zentralbank möglich sind.
-Von Jason Douglas, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 300, konjunktur.de@dowjones.com
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May 16, 2012 06:23 ET (10:23 GMT)
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