Frankfurt (BoerseGo.de) - Ungarn steht kurz vor einer Währungskrise. Die Regierung in Budapest hat einem Medienbericht zufolge mit ihrem politischen Kurs einen Ausverkauf ihrer Währung ausgelöst. Täglich verlor der Forint um 1 Prozent oder mehr an Wert. Zudem rentieren die Staatsanleihen inzwischen im zweistelligen Prozentbereich, schreibt die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires (DJN) am Donnerstag.
Am 11. Januar will sich die ungarische Regierung erneut mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) treffen. Zuletzt waren die Gespräche mit dem IWF und der EU über einen Notfallkredit über 15 Milliarden bis 20 Milliarden Euro gescheitert. Budapest wollte die Unabhängigkeit seiner Zentralbank antasten, was zu Verstimmungen und einem Gesprächsabbruch führte.
Wie der IWF jedoch verlauten ließ, handle es sich bei dem anstehenden Besuch der IWF-Chefin Christine Lagarde in Budapest noch nicht um Verhandlungen. Es gebe nicht einmal eine Entscheidung, wann die formellen Gespräche wieder aufgenommen werden sollen, berichtet DJN weiter.
Von DJN befragte Experten sind sich einig, dass ohne die Hoffnung auf IWF-Hilfen der Forint noch stärker absacken - ja sogar "in den freien Fall" übergehen wird. Die Rezession der ungarischen Wirtschaft würde sich verschärfen und 2012 bei rund 3 Prozent liegen. Ein Staatsbankrott würde vor allem Österreich und Italien treffen, denn Banken aus beiden Ländern unterhalten große Tochtergesellschaften in Ungarn.
