Volkswagen (VW)
VW will 2012 erneut zweistellig wachsen und dabei stärker zulegen als der Markt. Experten rechnen mit einem Gesamtmarkt von 13,5 bis 14 Millionen verkauften Pkw und Pick-ups. Im vergangenen Jahr lag der Markt bei rund 12,8 Millionen Stück. Mittelfristig traut Browning dem US-Markt eine Rückkehr auf rund 15 Millionen Wagen zu. "Aber wir werden nicht mehr die früheren Höchstwerte sehen." In früheren Jahren kauften die Amerikaner auch schon mal 17 Millionen Neuwagen im Jahr.
Die US-Offensive hat VW im vergangenen Jahr mit der Produktion eines speziell für den amerikanischen Markt entwickelten Passat verstärkt. Der neue Wagen wird in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee gebaut. Seit der Markteinführung im September 2011 wurden von dem neuen US-Passat bis zum Jahresende noch knapp 23.000 Stück verkauft. VW bietet den US-Passat zum Kampfpreis an. Allerdings wählten die Kunden höhere Ausstattungen, so dass der durchschnittliche Preis pro verkauftem Wagen im Vergleich zum Vorgängermodell höher ausfalle, erläuterte Browning.
Mit dem Verkauf von Wagen der Kernmarke VW Pkw war das Unternehmen im vergangenen Jahr in den USA profitabel und auch 2012 soll wieder Geld verdient werden. Die Investitionen in das neue Werk einbezogen soll das US-Geschäft spätestens 2013 profitabel sein, sagte Browning. Das Werk ist auf eine Jahreskapazität von 150.000 Wagen ausgelegt. Noch befinde sich die Produktion im Aufbau, sagte Werksleiter Frank Fischer. 2013 soll die volle Kapazität zur Verfügung stehen.
Im vergangenen Jahr wurden in den USA 324.400 Wagen mit dem VW-Label verkauft, 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit war 2011 den Angaben zufolge das beste Verkaufsjahr seit 2002. Von den VW-Modellen kaufen die Amerikaner am meisten den Jetta. Auf der in der nächsten Woche beginnenden Automesse in Detroit stellt VW eine Hybrid-Version des Jettas vor, die voraussichtlich ab dem vierten Quartal verfügbar sein wird. Wichtiger als Hybrid-Modelle, die zusätzlich über einen Elektromotor verfügen, sind für VW aber Dieselantriebe. Rund ein Fünftel der VW-Wagen werden mit Dieselmotoren verkauft, sagte Browning. Allgemein sind Dieselmotoren in den USA deutlich unbeliebter als in Europa und spielen auf dem Gesamtmarkt nur eine Nischenrolle.
Neben Autos der Kernmarke VW Pkw gingen 2011 rund 117.600 Audis
Mit dem US-Standort sowie den Produktionsanlagen in Mexiko umgeht Volkswagen Wechselkurseffekte, die beim Import von Fahrzeugen aus Europa anfallen. Browning kann sich vorstellen, dass künftig gut 70 Prozent der in den USA verkauften Autos der Marke VW in Nordamerika hergestellt werden. Er wollte sich aber nicht festlegen, wann dieses Ziel erreicht sein könnte. Von den Zulieferteilen, die in den nordamerikanischen Werken verbaut werden, kommen 85 Prozent aus der Region./dct/he
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