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US-Anleger suchen verstärkt Anleihen europäischer Unternehmen

--Europäische Unternehmensanleihen in den USA gefragt

--US-Kapital sucht nach Anlagemöglichkeit

--Kreditbedingungen in Europa werden schwieriger

Von Matt Wirz und Eyk Henning 
DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Anleger am US-Rentenmarkt begeistern sich neuerdings für europäische Unternehmensanleihen mit hohem Risikopotenzial. Konzerne aus dem alten Kontinent mit schwacher Bonität haben in den vergangenen zwei Wochen Anleihen und Schuldpapiere im Umfang von 12 Milliarden US-Dollar in den USA platziert - das höchste Emissionsvolumen seit 2007. Im gesamten vierten Quartal waren es laut Standard & Poor's gerade mal 11 Milliarden Dollar.

Die europäischen Emittenten weichen damit verstärkt auf den US-Markt aus, weil sie es in Europa aufgrund der dort herrschenden Dominanz des klassischen Bankkredits schwerer hätten. Aber auch die steigende Risikoaversion der Banken macht den Kapital suchenden Konzernen zu schaffen. In den USA nutzen die Unternehmen den Anleihemarkt für Ramschtitel, der die höchsten Renditen abwirft. Liquidität ist unter US-Investoren im Überfluss vorhanden, gleichzeitig fallen dort die Kreditkosten.

In Europa tun sich immer mehr Banken schwer, verschuldete und damit mit höheren Risiken behaftete Unternehmen zu finanzieren. "Daher schauen sich die Betroffenen um und suchen nach Alternativen. Und sie werden verstärkt in den USA fündig", sagt Rentenstratege Jim Casey von J.P. Morgan.

Der deutsche Automobilzulieferer Schaeffler hat in der laufenden Woche gerade erst Anleihen über rund 2 Milliarden Euro - denominiert in Dollar und Euro - begeben. Der in Herzogenaurach beheimatete Konzern muss 2013 Verbindlichkeiten über 7 Milliarden Euro zurückzahlen, die zum größten Teil aus der feindlichen Übernahme von Wettbewerber Continental 2008 stammen. Die Übernahme im Umfang von 16 Milliarden Euro war von einem Bankenkonsortium unter Führung der Commerzbank finanziert worden.

Letztere will ihr Engagement bei Schaeffler laut gut informierten Kreisen aber zurückfahren. Die Bank arbeitet hart an der Reduzierung ihrer Risikovermögenswerte, dazu zählen Anleihen mit hohen Renditen. Nur mit einer entsprechenden Bilanzbereinigung können die Kapitalanforderungen der europäischen Regulierungsbehörden in den kommenden Monaten erfüllt werden. Bei der Commerzbank wollte man sich zum Sachverhalt nicht äußern, bei Schaeffler war kurzfristig niemand erreichbar.

Fondsverwalter Sabur Moini, der für Payden & Rygel Investment Management ein Rentenportfolio mit hohen Renditen im Volumen von 1,8 Milliarden Dollar betreut, äußert Interesse an Schaeffler-Titeln. Der Vermögensverwalter räumt ein, bereits Schuldpapiere deutscher Emittenten erworben zu haben - so zum Beispiel von Fresenius Medical Care Anfang des Monats.

Zwar sorgt auch er sich um die europäische Schuldenkrise, aber zugleich steige der Druck, neue Anlagemöglichkeiten zu finden. Denn die Mittelzuflüsse stiegen und US-Unternehmen gehörten aktuell nicht zu den großen Emittenten. "Portfoliomanager zeigen sich derzeit wegen ihrer Liquiditätsschwemme empfänglicher für entsprechende Titel", erläutert Casey.

"Europäische Banken zählten über einen sehr langen Zeitraum zu den Unterstützern der heimischen Unternehmen. Dies ändert sich im aktuellen Marktumfeld aber ganz deutlich und Unternehmen passen sich entsprechend an", sagt Finanzvorstand Carlos Sagasta vom spanischen Kabelbetreiber ONO. Sein Unternehmen platzierte in der vergangenen Woche Schuldtitel im Volumen von eine Milliarde Dollar.

-Von Matt Wirz und Eyk Henning, Dow Jones Newswires; 
 +49 (0)49 29 725 108, eyk.henning@dowjones.com 
 DJG/DJN/flf/raz 

(END) Dow Jones Newswires

February 01, 2012 06:44 ET (11:44 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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