FRANKFURT (Dow Jones)--Das Verteidigen der jüngsten Rally-Gewinne könnte am Freitag wichtigstes Thema am deutschen Aktienmarkt sein. Händler rechnen mit wenig verändert Kursen. "Vor dem Wochenende dürften die Anschlusskäufe erst einmal ausbleiben", so ein Marktteilnehmer. Größere Gewinnmitnahmen seien allerdings ebenfalls unwahrscheinlich: "Viele Marktteilnehmer warten auf Rückschläge, um auf den fahrenden Zug aufzuspringen", so der Händler. Der DAX hat seit Jahresbeginn knapp neun Prozent zugelegt, in dieser Woche summiert sich das Plus bereits auf etwa viereinhalb Prozent. Gegen 8.15 Uhr steht der XDAX bei 6.410 Punkten, ein kleines Minus von 6 Punkten zum Xetra-Schluss.
Profitieren dürfte die Stimmung von günstigen Vorlagen aus Asien sowie vom Euro, der weiter auf Erholungskurs und in Lauerstellung knapp unterhalb der Marke von 1,30 Dollar liegt. Mit Blick auf den DAX heißt es, das Überwinden der 200-Tage-Linie am Donnerstag sei ein günstiges Signal und könnte Käufe längerfristig orientierter Anleger nach sich ziehen. Als gewonnen gilt der Kampf um den gleitenden Durchschnitt allerdings noch nicht: "Ich bin eher misstrauisch. Eine so hohe Hürde wie den 200-Tage-Schnitt überspringt man nicht an einem Tag", sagt ein Händler.
Fundamental hat sich die Staatsschuldenkrise im Euroraum, der Hauptbelastungsfaktor für die Kurse am deutschen Aktienmarkt, zuletzt deutlich entspannt. Den Analysten von Morgan Stanley zufolge hat der Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Er habe das Refinanzierungsfenster für viele Kreditinstitute wieder geöffnet und mittlerweile hätten die meisten italienischen und spanischen Banken 50 bis 150 Prozent ihres Refinanzierungsbedarfs im laufenden Jahr gedeckt.
Dessen ungeachtet sind die Blicke der Börsianer weiter gen Athen gerichtet, wo die Verhandlungen über eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten weitergehen. "Ein Ausfall der Hellenen im März ist eines der letzten Damoklesschwerter, die über den Märkten hängen", so der Börsianer. Die Agenda der makroökonomischen Kennziffern ist zu Wochenausklang lediglich mit Daten aus der zweiten Reihe bestückt.
Bei den Einzeltiteln stehen ThyssenKrupp mit der Hauptversammlung im Blick. Aussagen zur aktuellen Geschäftsentwicklung sind dabei nicht auszuschließen. Auf besonderes Interesse dürften aber Neuigkeiten zum Standort Brasilien treffen, eines der großen Sorgenkinder des Stahlkochers. Im frühen Parketthandel geben sie nach dem kräftigen Vortagesplus um 0,4 Prozent nach.
Auf der anderen Seite ziehen Commerzbank im Frankfurter Frühhandel um weitere 2,5 Prozent an und Infineon um 0,6 Prozent. Siemens tendieren fast unverändert. Am Mittag wird General Electric die Zahlen für das vierte Quartal vorlegen, Analysten erwarten einen Gewinn von 0,38 Dollar je Aktie. Die Amerikaner konkurrieren auf vielen Geschäftsfeldern mit der deutschen Siemens.
DJG/hru/gos
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January 20, 2012 02:20 ET (07:20 GMT)
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