Der schwedische Nutzfahrzeughersteller
Scania schiebt wegen der unsicheren Aussichten
Investitionen auf die lange Bank. Zudem will Unternehmenschef Leif
Östling stärker auf die Kosten achten. Aus diesem Grund will die
VW-Tochter bei Einstellungen vorsichtiger sein
und verlängert zudem die Verträge mit 1.900 Zeitarbeitern nicht.
"Der Ausblick auf die Entwicklung im laufenden Jahr gestaltet sich
als schwierig", sagte Östling am Mittwoch in Södertälje. Er hatte
sich bereits im Oktober angesichts abflauender Bestellungen in
Europa vorsichtig gezeigt und Belegschaft und Aktionäre auf
schlechtere Zeiten eingestimmt.
Der Abschwung zum Ende des Jahres schlug sich bereits in den
Zahlen zum vierten Quartal nieder. Hier legte der Umsatz nur noch
leicht zu, der Auftragseingang und der Gewinn gingen zum Jahresende
deutlich zurück. Über das gesamte Jahr gesehen profitierte Scania
noch vom guten Start. Der Umsatz legte 2011 um zwölf Prozent auf
87,7 Milliarden schwedische Kronen (rund 9,8 Mrd Euro) zu. Der
Gewinn stieg um vier Prozent auf 9,4 Milliarden Kronen. Damit lagen
die Schweden leicht unter den Prognosen der Analysten. Die
Scania-Aktie verlor nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich an Wert.
Die MAN-Aktie geriet ebenfalls unter Druck und rutschte ins Minus.
Zum geplanten engeren Zusammenrücken mit dem Münchner
Konkurrenten MAN enthielt der Bericht keinerlei Aussagen.
VW kontrolliert beide Unternehmen und will diese enger aneinander
binden. In gemeinsamen Arbeitsgruppen sollen die Möglichkeiten von
Kosteneinsparungen zum Beispiel durch einen gemeinsamen Einkauf
geprüft werden. VW hält seit 9. November die Mehrheit an MAN und
damit auch an Scania. Zuletzt hielten die Wolfsburger knapp 63
Prozent des Scania-Kapitals und verfügten über 89 Prozent der
Stimmrechte./zb/jha/wiz
ISIN SE0000308272 SE0000308280 DE0007664039 DE0005937007
AXC0087 2012-02-01/10:28