FRANKFURT (Dow Jones)--2012 werde "politisch und ökonomisch erneut ein sehr herausforderndes Jahr", glaubt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Es sei nur schwer vorherzusagen, wie sich die Weltkonjunktur entwickeln werde. Zwar rechnet er mit Erholungen in den USA und sieht die Schwellenländer als treibende Kraft. "Dagegen wird die Wirtschaft in der Europäischen Union aufs Jahr gesehen bestenfalls stagnieren, zeitweise sogar eine milde Rezession durchlaufen", sagte der Banker am Donnerstag.
Für die "Problemländer in der Eurozone" erwartet Ackermann eine tiefe Rezession - angeheizt durch die beschlossenen Sparprogramme. "Deutschland wird auf Grund seiner starken Exportorientierung davon natürlich auch getroffen", erläuterte der Banker. "Wie stark die konjunkturelle Bremsspur für Europa und die Welt sein wird, hängt vor allem von weiteren Fortschritten bei der Lösung der Staatsschuldenkrise in der Eurozone ab."
In der Staatsschuldenkrise sieht die Deutsche Bank daher auch das größte Problem für die Zukunft. Die Schritte in Richtung einer Stabilitätsunion seien wichtig, nun brauche es jedoch Zeit, die Entscheidungen auch umzusetzen. "Deshalb wird man nicht umhin kommen, die schwierige Phase bis zur Stabilisierung der Lage mithilfe des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), des IWF und der Europäischen Zentralbank zu überbrücken", forderte Ackermann.
Derzeit wird in Europa diskutiert, den Stabilitätmechanismus ESM mit noch mehr Geld auszustatten, um eine wirksame Brandmauer zu errichten.
-Von Alexandra Edinger, Dow Jones Newswires, +49 69 29 725 112, alexandra.edinger@dowjones.com DJG/aed/sha
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February 02, 2012 04:38 ET (09:38 GMT)
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