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02.02.2012 | 12:30
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DAX Sentiment-Index: Bären scheinen im Winterschlaf

DAX SENTIMENT INDEX

Bären scheinen im Winterschlaf


Wenn man alleine die Nachrichtenlage der vergangenen Woche betrachtet, hätten eigentlich DAX-Bären Gewinne verzeichnen müssen. Stattdessen ist das Börsenbarometer abermals gestiegen und verzeichnet im Punktvergleich einen Zuwachs von 2,3 Prozent während des Berichtszeitraums. Mit den steigenden Aktienkursen ist aber auch der Pessimismus der von der Börse Frankfurt allwöchentlich befragten mittelfristig orientierten Akteure gestiegen. Unser Bull/ Bear-Index fällt auf den tiefsten Stand seit Mai 2011.


Tatsächlich hätten sich für Pessimisten allerhand Argumente alleine schon von der politischen Bühne ergeben können. Etwa die Tatsache, dass in der Causa Griechenland kein Durchbruch erzielt wurde, die Hängepartie also anhält und die Renditeabstände portugiesischer Anleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen neue Rekorde markierten, hätten den Bären in die Karten spielen müssen. Natürlich könnte man den europäischen Fiskalpakt als Erfolg feiern, aber letztlich hat er, wenn überhaupt, eher Kommentatoren als Börsianer überzeugt. Schließlich wurde beim EU-Gipfel zwar geliefert, was man sich vorgenommen hatte: Die Staats- und Regierungschefs unterzeichneten den vorgezogenen ESM-Start für Juli. Aber auf die vielerorts bereits diskutierte Erhöhung des Rettungsschirms - im Raume steht immerhin ein neues Volumen von 750 bis 1000 Mrd. EUR - wurde nicht einmal per Andeutung eingegangen. Dass dieses Thema tatsächlich erst im März erörtert wird, scheint mancherorts womöglich als weitere Enttäuschung gedeutet worden zu sein. Am Ende könnten sich die mittelfristig orientierten Akteure unseres Panels auch an den Hedgefondsmanagern orientiert haben, die für dieses Jahr in den kommenden Monaten entweder ein gutes Ende oder ein Auseinanderbrechen der Eurozone erwarten.


Auf der anderen Seite scheinen viele Börsianer die Auswirkungen des EZB-Liquiditätsprogramms unterschätzt zu haben. Auch wenn es wenig wahrscheinlich ist, dass die Banken mit der bei der Zentralbank aufgenommen Liquidität Aktien kaufen, sondern dieses Geld gut verzinslich in Staatsanleihen angelegt wird, dürfte die Attraktivität der Bondmärkte im gleichen Maße für übrige Investoren sinken.


Am Ende bleibt ein DAX, der zwar von Woche zu Woche gar nicht einmal schnell anzieht. Zumindest geht es nur schleppend nach oben. Ja, der Markt bewegt sich eigentlich so langsam, dass die überwiegende Zahl der Bären unseres Panels nicht richtig wachgerüttelt werden: Mangels starker Bewegungen nach oben (sprich: Stimuli) gewöhnen sich diese Akteure aber an diese scheibchenweisen Verluste und werden durch diese sogar regelrecht eingeschläfert. Dass unser Bull/Bear-Index in dieser Woche wieder gefallen ist, ist auf neue Pessimisten zurückzuführen, die zuletzt den Markt in Richtung neutrales Lager verlassen haben. Damit hat sich jedoch gleichermaßen die Bias vertieft, denn trotz des langsamen Tempos hat der DAX mit einem Plus von mehr als 9 Prozent den besten Januar seit seiner Einführung hingelegt. Und seine einzige nennenswerte Abwärtskorrektur hat an dem Wochenende ihr Ende gefunden, als die Rating-Agentur S&P für neun europäische Staaten den Daumen senkte. Die Schieflage vieler Akteure ist gleichermaßen der Garant dafür, dass größere Rücksetzer beim DAX alsbald aufgefangen werden dürften. Aufwachen werden die Pessimisten allenfalls, wenn das Börsenbarometer an einem der folgenden Tage kräftig nach oben ausschlagen würde. Dann müsste fürwahr mancherorts die Notbremse gezogen werden, was im schlimmsten Fall zu einer regelrechten Kaufpanik führen könnte.


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