Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB
Mit dem Galileo-System will Europa von Ende 2014 an die Vormacht des US-amerikanischen GPS ("Global Positioning System") brechen. Galileo soll weltweit metergenaue Positionsbestimmungen ermöglichen. Autos, Schiffe, Rettungsdienste, aber auch Industrie und Landwirtschaft könnten die Navigation nutzen. Seit Oktober 2011 sind die ersten beiden Satelliten im All, am Ende soll Galileo 30 Satelliten umfassen.
Immer wieder brachten Verzögerungen im Zeitplan und höhere Kosten Galileo in die Kritik. Der Betrieb war eigentlich schon für 2008 geplant. Die Kosten werden inzwischen auf sieben Milliarden Euro veranschlagt und sind damit doppelt so hoch wie gedacht. Nun will die EU das Projekt vorantreiben. "Die heutigen Unterschriften bedeuten, dass das Programm planmäßig und innerhalb des verfügbaren Finanzrahmens verläuft", sagte EU-Industriekommissar Antonio Tajani.
Tajani lobte Europas "höchst wettbewerbsfähige Raumfahrtindustrie". Der Bremer Satellitenbauer OHB sprach von einem Erfolg: Der erneute Zuschlag für OHB sei "gleichzeitig auch Anerkennung unserer bereits geleisteten Arbeit im Galileo-Programm", sagte der Vorstandsvorsitzende der OHB System AG, Marco R. Fuchs.
OHB hatte den ersten Auftrag für die Satelliten im Januar 2010 erhalten, was dem Konzern einen Schub gab. Innerhalb von nur zwei Jahren entstanden allein am Bremer Standort rund 150 neue Arbeitsplätze. Aktuell sind es 450 Mitarbeiter, davon arbeiten 100 im Galileo-Team. Die OHB-Gruppe beschäftigt insgesamt 2300 Mitarbeiter.
Um die Satelliten ins All zu bringen, setzt die EU auf das
französische Raumfahrtunternehmen Arianespace. Für eine Gebühr von
30 Millionen Euro kaufte die EU eine Reservierung für bis zu drei
Starts mit Ariane-5-Raketen. Derzeit bringen russische
Sojus-Trägerraketen die Satelliten in den Weltraum. Astrium SAS
ISIN SE0000805574 NL0000235190 DE0005936124
AXC0166 2012-02-02/14:15
