Hamburg (BoerseGo.de) - Der Reisekonzern Tui kommt offenbar bei den Verkaufsverhandlungen seiner Reederei Hapag-Lloyd an das Konsortium Albert Ballin gut voran. "Wir befinden uns in fortgesetzten Gesprächen und haben die Anrufung des Wirtschaftsprüfers um einen Monat verschoben", sagte Tui-Sprecher Robin Zimmerman zu der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Donnerstag. Weitere Details nannte er nicht. Von Börsianern wurde der Bericht als "leicht positiv" bewertet.
Tui hatte zum 2. Januar von dem Andienungsrecht Gebrauch gemacht und dem Hamburger Konsortium Albert Ballin 33,3 Prozent der Reederei-Anteile zum Kauf angeboten. Ab nun haben beide Partner dem Optionsvertrag zufolge 30 Tage Zeit, sich auf einen Preis für das Aktienpaket zu einigen. Sollten sich Ballin und der Reisekonzern nicht einigen, so wird das Aktienpaket von einem Wirtschaftsprüfer bewertet. Dieser Termin wurde nun verschoben und verschafft den Partnern nun mehr Zeit für ihre Verhandlungen.
Sollte es zu einem Verkauf kommen, so kann Tui spätestens Ende 2014 die restlichen 5,1 Prozent der Reederei andienen. Dann könnte der Reisekonzern endgültig aus dem Geschäft mit der Containerschifffahrt aussteigen.
Sollte es nun zu keiner Einigung mit dem Konsortium kommen, kann Tui sein gesamtes Hapag-Lloyd-Paket von 38,4 Prozent an einen Dritten verkaufen. Albert Ballin müsste in diesem Fall an den Käufer 11,6 Prozent plus eine Aktie veräußern - und zwar zu dem von der Tui ausgehandelten Preis. Somit hätte der Käufer eine Mehrheit.
Andere Lösungen seien Beobachtern zufolge jedoch nicht ausgeschlossen, schreibt DJN weiter. So könnte Tui beispielsweise dem Ballin-Konsortium zunächst ein kleineres Paket verkaufen und später den Rest. Oder den Rest später an die Börse bringen. Mit dem Erlös will Tui seine Verschuldung reduzieren und das Tourismusgeschäft ausbauen.
