WGZ Cognitrend Report - das Marktgeschehen aus dem Blickwinkel der verhaltensorientierten Forschung DAX überhört schlechte Nachrichten Die europäischen Zentralbanker, Politiker und Banker geben sich zwar gerne optimistisch, dass eine Einigung im griechischen Schuldendrama unmittelbar bevorsteht, doch hinter den Kulissen scheinen die Fetzen zu fliegen. Offenbar reicht ein privater Schuldenschnitt nicht aus, um die griechische Schuldenlast langfristig in den Griff zu bekommen. Stattdessen müssten die solventen Euroländer und die Europäische Zentralbank, so verlautete es aus Brüsseler Kreisen, noch rund 15 Milliarden Euro zuschießen. Die Notenbank ist davon nicht sonderlich begeistert. Und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt es sogar rundheraus ab, dass sich öffentliche Gläubiger am Schuldenerlass beteiligen. Ob er diesen Standpunkt tatsächlich beibehalten wird? Schließlich ließ sich in der Schuldenkrise oft genug beobachten, wie sich Referenz- und Standpunkte verschoben. Auch ein hellenischer Schuldenerlass für die privaten Gläubiger war einmal kategorisch ausgeschlossen worden, doch wenn nun am Ende die EZB und andere öffentliche Kreditgeber einen Haircut akzeptieren müssten, sähe der Schnitt einem klassischen Zahlungsausfall täuschend ähnlich. Dass sich die Wahrnehmungsreferenzpunkte der Marktteilnehmer bei Portugal nun genauso schleichend und fast unbemerkt verschieben, gilt es dringend zu verhindern. Denn es häufen sich bereits die Berichte, dass das Land weitere Unterstützung benötigt. nicht gerade jetzt, wo die ersten ein wenig Hoffnung für die Eurozone geschöpft haben und wieder eingestiegen sind, aufs Neue verunsichert werden, sollte auf die Endlosverhandlungen um Griechenland gleich die nächste Hängepartie folgen. Deutschlands Bürger machen sich ohnehin Sorgen, dass das Schlimmste in der Euro-Schuldenkrise noch bevorsteht - 79 Prozent laut einer aktuellen ARD-Umfrage. Übrigens favorisieren die Bundesbürger mit 73-prozentiger Mehrheit die Einsetzung eines Sparkommissars für Griechenland, um die Probleme des Landes zu lösen. Doch genau dieser Vorschlag wurde am Montag beim EU-Gipfel abgeschmettert. In Anbetracht der glänzenden DAX-Performance scheint alles in bester Ordnung zu sein. Er steigt trotz des miesen Umfelds fleißig weiter und hat viele Börsianer auf dem falschen Fuß erwischt. Die Schieflagen, die wir schon vor Wochen ausgemacht haben, dürften die Aufwärtsbewegung weiter nähren: Das aktuelle Potenzial reicht nun bis 6.870und darüber bis 6.965. Der DAX bleibt gut unterstützt - bei 6.640 und 6.565 Zählern. Alle in diesem Dokument genannten Preisniveaus verlieren bei einem Durchstoß von zehn Punkten ihre Gültigkeit. | |||
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