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Illumina wehrt sich weiter gegen Übernahme von Roche

SAN DIEGO (Dow Jones)--Vorerst kein feierliches Leuchten bei Roche. Das US-Biotechnologieunternehmen Illumina setzt sich weiter gegen eine Übernahme durch den schweizerischen Pharmariesen zur Wehr. Die der Offerte der Roche Holding AG zugrundeliegende Bewertung von 5,7 Milliarden US-Dollar sei zu niedrig, stellte der Konzern aus dem kalifornischen San Diego nun offiziell fest. Die Entscheidung des Illumina-Verwaltungsrates gegen das Gebot fiel einstimmig.

Der US-Genanalysespezialist hatte bereits wenige Tage nach der Offerte eine Giftpille entwickelt und Roche damit Steine in den Weg gelegt.

Roche gibt sich nach der erneuten Abfuhr aber nicht geschlagen. Man werde das Angebot noch einmal überprüfen, teilte der Konzern mit, betonte aber zugleich, die Offerte sei attraktiv und fair. Die Eidgenossen bieten 44,50 Dollar je Aktie.

Am Markt wird offensichtlich weiter damit gerechnet, dass Roche tiefer in die Tasche greifen muss. Die Illumina-Aktie wird derzeit mit rund 51,80 Dollar und damit immer noch deutlich über der Offerte gehandelt. Kurz nach Bekanntwerden der Übernahmepläne war der Kurs das Papiers um fast 50 Prozent auf 55,15 Dollar nach oben geschossen.

Auch bei den feindlichen Übernahmeangeboten der vergangenen Jahre wie für Ventana Medical System und den ausstehenden Teil von Genentech hatte Roche nachlegen müssen.

Ungeachtet des Gewinneinbruchs im vierten Quartal strich der CEO von Illumina die positiven Seiten seines Unternehmens heraus: "Unsere Branche entwickelt sich erst. Sie ist vielversprechend und hat außergewöhnliches Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren." Die Kalifornier seien als Marktführer in einer Position der Stärke und könnten ihren Aktionären materiellen Wert liefern, der weit über die Roche-Offerte hinausgehe.

Im vierten Quartal machten Einmaleffekte dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung, der Gewinn sackte um 70 Prozent auf 11,7 Millionen Dollar oder 9 Cent je Aktie. Ohne die einmaligen Effekte wuchs der Gewinn auf 35 von 29 Cent je Anteil. Auch beim Umsatz ließ das Tempo nach. Er sank um 4,3 Prozent auf 250,1 Millionen Dollar, im Vorjahr war er noch um 45 Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr 2012 will Illumina jetzt bereinigt zwischen 1,40 und 1,50 Dollar je Aktie verdienen und dabei bis zu 1,18 Milliarden Dollar erlösen.

Die Illumina Inc produziert Maschinen zur DNA-Sequenzierung. Dabei werden Blut- oder Gewebeproben dekodiert. Innerhalb von rund einer Woche kann so der gesamte Code eines Menschen entschlüsselt werden. Noch kaufen lediglich die besten Forschungszentren des Landes die teuren Geräte. Die Anhänger der Technologie erwarten aber, dass die Gensequenzierung bald den Marsch durch das Gesundheitssystem antritt. Dann könnte die Technik auch einfachen Ärzten dabei helfen, Krankheiten zu behandeln und zu verhindern.

-Von Drew FitzGerald, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 111; unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/axw/bam/sha 

(END) Dow Jones Newswires

February 08, 2012 03:42 ET (08:42 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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