FRANKFURT (Dow Jones)--Europa steht nach Einschätzung eines hochrangigen Bankmanagers eine sehr hitzige Debatte über die Finanztransaktionssteuer bevor. "Das Thema ist noch lange nicht bewältigt", sagte Hermann-Josef Lamberti, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, bei einer Veranstaltung. "Es ist völlig unklar, in welche Richtung die politischen Diskussionen hier gehen."
Eröffnet wurde die nächste Etappe der Debatte durch ein Schreiben von neun Ländern - Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, Spanien, Finnland, Griechenland und Portugal - an die dänische Ratspräsidentschaft.
Auch EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hält die Einführung einer Finanztransaktionssteuer wirtschaftlich sinnvoll. "Ich denke, wenn solch eine Steuer eingeführt wird, ist sie aus finanzieller Sicht gewinnbringend und aus politischer Sicht fair", sagte Barnier. Der Binnenmarktkommissar gab zu, dass der Abgabe in Europa noch viel Skepsis entgegengebracht werde.
Die französische Regierung war nach vorn geprescht und hatte verkündet, neun Länder der Eurozone stünden bereit, die Abgabe zu verabschieden. Der britische Premierminister David Cameron nannte sie kürzlich eine "Verrücktheit".
Lamberti beurteilte Frankreichs Alleingang milde. Er sei "nichts anderes als die Einführung einer relativ beschränkten Börsenumsatzsteuer", sagte der Banker. "Das kann man sich auch noch schlimmer vorstellen."
In der Europäischen Union und der Bundesregierung ist die Einführung einer Finanztransaktionssteuer heftig umstritten. Frankreich will die Steuer mit einem Satz von 0,1 Prozent ab August einführen. Insbesondere die Briten wehren sich heftig gegen die Abgabe.
DJG/aed/apo
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February 08, 2012 13:01 ET (18:01 GMT)
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