Die Übernahme des Aluminiumherstellers Alcan
hat sich für den britisch-australischen Bergbaukonzern Rio Tinto
Rio Tinto war 2007 auf dem Höhepunkt der Wirtschaftsbooms groß
in das Aluminiumgeschäft eingestiegen. Nach langer Übernahmeschlacht
gegen den US-Konkurrenten Alcoa
Rio-Tinto-Chef Tom Albanese übernahm nun zumindest symbolisch die Verantwortung für das teure Fehlinvestment und kündigte an, auf die ihm zustehende Prämie für das vergangene Jahr zu verzichten. "Der Alcan-Kauf geht auf meine Kappe, da ist es nur richtig, auf den jährlichen Bonus zu verzichten", sagte Albanese. Die Aktionäre aber sollen mit einer höheren Dividende besänftigt werden. Pro Anteilsschein will der Konzern 1,45 Dollar auszahlen, ein Drittel mehr als für 2010.
Rio Tinto will sich nun von weiteren Teilen des Aluminiumgeschäfts trennen. Der Zeitpunkt gilt angesichts der wieder wachsenden Konjunktursorgen allerdings als ungünstig. Die Aluminiumbranche hatte schon im vergangenen Jahren mit einem Preisverfall zu kämpfen, im vierten Quartal ging es steil bergab. Als mögliche Käufer gelten vor allem chinesische Firmen. Finanzchef Guy Elliott betonte, dass zahlreiche Optionen für die Sparte geprüft würden, dazu zähle auch ein Börsengang.
Die desaströse Entwicklung des Alumimunsgeschäfts stellte die sonst guten Zahlen von Rio Tinto in den Hintergrund. Vor allem beim Eisenerz - wichtigster Rohstoff für die Herstellung von Stahl - lief es glänzend. Der Gewinn legte dank hoher Preise 2011 noch einmal um ein Drittel zu. Um die erwarteten weiteren Nachfragesteigerungen vor allem aus den Schwellenländern zu bedienen, hat Rio Tinto ein großes Investitionsprogramm aufgelegt. Allein in diesem Jahr sollen 16 Milliarden Dollar in die Erhöhung der Abbaukapazitäten gesteckt werden.
Dabei lässt sich Rio Tinto nicht von der schwächelnden Weltkonjunktur bremsen. Albanese betonte, dass die Investitionen eine langfristige Perspektive hätten. Kurzfristig rechnet der Konzern vor allem in China mit einer Abkühlung des Booms. Die langfristigen Perspektiven trübe das aber nicht.
Konkurrent BHP Billiton
ISIN US0138171014 GB0000566504 GB0007188757
AXC0157 2012-02-09/13:21


