Die Sorge vor weiteren Verzögerungen in
Griechenland hat den Dax am Freitag deutlich unter Druck
gesetzt. Der deutsche Leitindex weitete seine frühen Verluste nach
dem Mittag aus und ging am Ende 1,41 Prozent tiefer bei 6.692,96
Punkten über die Ziellinie. Auf Wochenbasis hat er damit gut 1,1
Prozent an Wert verloren, womit die vorangegangene Rekordserie von
sieben Gewinnwochen zu Ende ging. Seit Jahresbeginn liegt er aber
immer noch mit mehr als 13 Prozent im Plus. Der MDax schloss um 1,04 Prozent tiefer bei 10.249,13 Punkten. Für den TecDax
ging es nur moderat um 0,43 Prozent auf 769,89 Punkte
nach unten.
Für Aufsehen sorgte am Freitag die kleinste an der griechischen
Regierung beteiligte Laos-Partei, die bei der Abstimmung im Athener
Parlament nicht für das beschlossene Paket stimmen will. Zuvor
hatten die Euro-Finanzminister am Vorabend weitere Zugeständnisse
gefordert und ihren Beschluss für das neue Hilfsprogramm auf
kommenden Mittwoch vertagt. "Der Markt hätte gerne endlich Nägel mit
Köpfen gemacht", sagte Kapitalmarktexperte Fidel Helmer von der
Privatbank Hauck & Aufhäuser. Nun sei aber die weiter ungeklärte
Lage vor dem Wochenende für Gewinnmitnahmen genutzt worden. Er sieht
dies aber als eine längst fällige Gegenreaktion an, die das gute
Bild am Aktienmarkt nicht eintrübe.
BANKENWERTE BELAGERN DAS DAX-ENDE
Kursbewegende Nachrichten blieben vor allem im Dax Mangelware.
Bei den Bankenaktien sorgten die Griechenland-Sorgen für deutliche
Verluste: Die Anteile der Commerzbank büßten am Dax-Ende
5,16 Prozent auf 2,059 Euro ein. Für die Papiere der Deutschen Bank
ging es um 4,00 Prozent auf 33,47 Euro bergab. Als
defensiv angesehene Papiere aus der Gesundheitsbranche waren dagegen
die Favoriten im Dax: Fresenius Medical Care kletterten an
der Spitze um 1,11 Prozent.
Ansonsten waren Kursbewegungen im Leitindex einigen
Analystenkommentaren vorbehalten: Infineon legten nach
einer Hochstufung durch Goldman Sachs moderat um 0,16 Prozent auf
7,467 Euro zu. Deutlich unter Druck kamen hingegen die
ThyssenKrupp-Titel mit einem Minus von 3,89 Prozent.
Nomura hatte den europäischen Stahlsektor auf "Neutral" abgestuft,
da das fundamental gerechtfertigte Kurspotenzial nach den jüngsten
Zuwächsen nur noch begrenzt sei. Im MDax litten auch Salzgitter
mit Einbußen von 3,72 Prozent unter der neuen Einschätzung
des Sektors.
ERFOLGREICHE KAPITALERHÖHUNG BEI SKY
Größter Lichtblick am deutschen Aktienmarkt waren nach einer
positiv aufgenommenen Kapitalerhöhung die Papiere von Sky
Deutschland . Die Titel des Bezahlsenders zogen im MDax
kräftig um 5,29 Prozent auf 2,35 Euro an, nachdem die neuen Aktien
zu einem geringen Abschlag am Markt platziert worden waren. Von
Aurubis gab es am Nachmittag überraschend Zahlen zu
verarbeiten. Der Kupferkonzern war mit einem Gewinnsprung in das
erste Quartal gestartet, rechnet im weiteren Jahresverlauf aber mit
einem schwächeren Geschäft. Die Papiere behaupteten ihr zuvor schon
erzieltes Plus von 1,36 Prozent.
Für die Aktien von Rhön-Klinikum ging es dagegen um
3,02 Prozent auf 14,795 Euro bergab. Händler zeigten sich davon
enttäuscht, dass der Klinikbetreiber nach dem Zuschlag für eine
Minderheitsbeteiligung an einer Wiesbadener Klinik für 2012 mit
einem rückläufigen Überschuss rechnet. Im TecDax profitierten einige
Solaraktien von starken Branchenvorgaben aus den USA, die Händler
mit Spekulationen auf eine steigende chinesische Nachfrage begründet
hatten. Centrotherm legten als bester Branchenwert um 4,19
Prozent zu.
EUROPAWEITE VERLUSTE
Die roten Vorzeichen dominierten am Freitag europaweit die
Leitbörsen. Der EuroStoxx 50 schloss 1,65 Prozent tiefer
bei 2.480,76 Punkten und auch die Leitindizes in London und Paris
erlitten Verluste. In New York lag der Dow Jones Industrial
zum Handelsschluss in Europa mit gut einem Prozent im
Minus.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite
börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,64 (Vortag: 1,63) Prozent.
Der Rentenindex Rex verharrte bei 130,52 Punkten. Der
Bund-Future stieg um 0,85 Prozent auf 138,27
Punkte. Der Kurs des Euro fiel deutlich. Die Europäische
Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3189 (1,3288) Dollar
fest. Der Dollar kostete damit 0,7582 (0,7526) Euro./tih/he
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
ISIN DE0007203275 DE0008467416 DE0008469008
AXC0219 2012-02-10/18:10