Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in der Schuldenkrise den Druck auf Griechenland erhöht. Die Rettung des Landes sei schwieriger als die deutsche Wiedervereinigung, sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Weil die Einsicht, dass man etwas ändern muss, und zwar dramatisch, bei vielen in Griechenland noch wachsen muss." Deswegen reichten Deutschland die Versprechen von Griechenland nicht mehr aus. Für ein neues Hilfsprogramm der EU müsste das Land zunächst einen Teil der früheren Programme umsetzen.
Griechenland dürfe "kein Fass ohne Boden sein", sagte Schäuble. "Deswegen müssen die Griechen endlich den Boden einziehen. Dann können wir auch etwas reintun." Auf die Frage, ob Athen im Notfall aus dem Euro austreten müsse, sagte der Minister: "Das haben die Griechen alles selber in der Hand. Aber selbst für den Fall, von dem die allermeisten nicht ausgehen, blieben sie in Europa." Die Bundesregierung wolle diesen Weg zwar vermeiden. Allerdings sollten die Griechen nicht das Gefühl haben, sie müssten sich nicht anstrengen. "Jeder ist auch für sich verantwortlich."/wn/DP/b
AXC0005 2012-02-12/09:51
