- Branchenkenner rechnen mit Zusatzkosten von bis zu 100 Millionen Euro
- EADS-Chef Louis Gallois erwartet fast 25 Prozent mehr Gewinn
(NEU: Aussagen eines EADS-Sprechers)
AMSTERDAM (Dow Jones)--Die Haarrisse an den Flügeln des Großraumflugzeugs A380 kommen den Airbus-Mutterkonzern EADS einem Magazinbericht zufolge wohl teuer zu stehen. Nach Berechnungen von Branchenkennern und Airbus-Insidern dürften die von der europäischen Luftsicherheitsbehörde EASA angeordneten Inspektionen dem Unternehmen Zusatzkosten von bis zu 100 Millionen Euro bescheren, schreibt der Spiegel. Allein für die 69 bereits ausgelieferten Flugzeuge soll sich der Aufwand auf rund 70 Millionen Euro - unter anderem für Kontrollen und Reparaturarbeiten an den schadhaften Teilen oder die Bereitstellung von Ersatzjets für betroffene Airlines - summieren.
Hinzu kommen Ausgaben für mindestens ein Dutzend weitere Maschinen, die in den nächsten Monaten ausgeliefert werden. Sie werden noch nach derselben Methode produziert wie die bisherigen Modelle. Teuer wird vermutlich auch die Modifizierung bereits im Bau befindlicher Tragflächen. Ein Sprecher von EADS sagte am Sonntagnachmittag, zu den Zusatzkosten könne man sich derzeit nicht äußern. Er verwies auf die am 8. März anstehende Bilanzpressekonferenz.
Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte in der vergangenen Woche eine ihrer A380-Maschinen aus dem Verkehr gezogen, weil Mechaniker Haarrisse in einer Tragfläche entdeckt haben. Am Sonntag gaben die Australier bekannt, dass eine A380-Maschine wegen Problemen an der Steuerung beim Starten zum Abflughafen London-Heathrow zurückkehren musste.
Die Kosten für den A380 schmälern laut WirtschaftsWoche die Sparerfolge, mit denen sich Louis Gallois als Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS verabschieden will. "Wir haben jetzt konzernweit die gleichen Abläufe bei Personalverwaltung, Einkauf, IT oder Finanzen. Wir wollen damit bis zum Jahresende weitere 350 Millionen Euro einsparen", sagte Gallois im Interview mit der WirtschaftsWoche. Der Franzose kündigte an, dass die Einsparungen "direkt in den Gewinn vor Steuern und Zinsen fließen." Das wäre dem Magazin zufolge ein Plus von knapp einem Viertel gegenüber dem Gewinn vor Steuern und Zinsen für 2011, den Analysten auf rund 1,5 Milliarden Euro schätzen.
Eine weitere deutliche Gewinnsteigerung erwartet Gallois, der im Juni sein Amt an den Deutschen Thomas Enders übergibt, vom neuen Mittelstreckenjet A320neo, den Airbus ab 2015 ausliefern will. Vom ersten Flugzeug an werde der A320neo Geld bringen, sagte Gallois. "Die Entwicklungskosten sind begrenzt, sodass wir sie bereits vor Beginn der Produktion abgeschrieben haben werden."
Für den A320neo hat Airbus derzeit mehr als 1300 feste Bestellungen vorliegen. Seinem Nachfolger rät Gallois zum Bau eines Airbus-Werks in den USA neben den drei bisherigen Produktionsstätten in Hamburg, dem französischen Toulouse und Tianjin in China: "Das ist ein Punkt, den man sich genau anschauen sollte."
DJG/DJN/cbr/smh
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February 12, 2012 10:58 ET (15:58 GMT)
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