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DAX SENTIMENT INDEX DAX-Bären geht Hausse gegen den Strich Am vergangenen Wochenende schien Griechenland den Würgegriff einer drohenden Staatspleite wieder ein wenig gelockert zu haben. Grund genug, dass sich EU-Offizielle zurücklehnen und entspannt Urlaubspläne schmieden können? Ganz sicher nicht, zumal die Situation mittlerweile wieder als äußerst angespannt bezeichnet werden muss. Aber falls sich jemand trotzdem schon Gedanken über den nächsten Urlaub machen sollte, dachte sich wohl der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff, dann müsse unbedingt Griechenland als Ziel gewählt werden. Kultururlauber pilgern außerhalb der Hauptsaison nach Athen, Sonnenanbeter suchen sich ein schattiges Plätzchen auf einer griechischen Insel. Egal wie, Hauptsache ab nach Griechenland, denn dort bedarf es "dringend Wirtschaftswachstums", argumentierte der kreative Politiker. Angesichts der gewaltigen hellenischen Schuldenlast muss man schon sehr optimistisch sein, um sich vorzustellen, auf diese Weise kräftiges Wachstumspotenzial freizusetzen. Optimistischer sind in den letzten Tagen auf jeden Fall nicht nur Finanzmarktkommentatoren geworden. Marktteilnehmer, das belegen auch einige andere Erhebungen wie beispielsweise der ZEW-Konjunkturindex, sehen die Situation etwas entspannter und können sich sogar mit dem Gedanken einer wirtschaftlichen Erholung - hierzulande, wie auch in Übersee - anfreunden. Zu den weniger optimistischen Zeitgenossen gehören indes immer noch die regelmäßig von der Börse Frankfurt befragten Fondsmanager. Seit unserer letzten Erhebung haben diese DAX-Inverstoren kurstechnisch gleich zwei markante Dinge erlebt. Zuerst erreichte der deutsche Leitindex das höchste Niveau seit August 2011. Danach erfuhr der DAX die erste Kurskorrektur des laufenden Monats. Der Rücksetzer, der sich am Freitag entfaltete, war allerdings viel zu kurz und zu klein, um den verbliebenen bearish eingestellten Akteuren die Flucht aus ihrer Position zu ermöglichen. Wir vermuten, dass diejenigen, die dem DAX-Aufschwung seit Mitte Januar misstrauen, nicht einmal ansatzweise ihre durchschnittlichen Einstandspreise gesehen haben. Letztere dürften bestenfalls bei 6.400 Zählern liegen. Und da die Akteure seit Jahresbeginn immer wieder zu Untergewichtung tendierten, haben sie die Gegenbewegung vom Freitag auch nicht als Einladung zum Einstieg, sondern als Start einer größeren Abwärtskorrektur gewertet. Nicht einmal die festere Tendenz der vergangenen 48 Stunden konnte an der pessimistischen Grundeinstellung etwas ändern. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die betroffenen Bären kurzfristig einsichtig werden. Denn mittlerweile herrscht wieder ausgeprägter Pessimismus, nachdem 8 Prozent der Bullen fast vollständig ins bearishe Camp abgewandert sind. Der ausgeprägte Unwillen der Investoren, am klaren Aufwärtstrend des DAX zu partizipieren, ist erstaunlich. Sie können einfach nicht akzeptieren, dass der Aktienmarkt klar nach oben strebt. Das einzige Mittel, das sie in der seit Jahresanfang währenden Hausse immer wieder anwenden, um Performance zurückzugewinnen, sind neue Short-Positionen. Sich freiwillig den Gegebenheiten anpassen, geht ihnen gegen den Strich. Sich an die Rally gewöhnen und mit dem Strom schwimmen wollen sie nicht. Als Lösung bleiben somit nur zwei Möglichkeiten: Entweder der DAX fällt aus heiterem Himmel um 6 oder 7 Prozent und die Bären können ihre Untergewichtung ausgleichen. Oder eine Short-Squeeze rauscht über die Köpfe der Pessimisten hinweg. Gemessen am Kursverlauf der letzten 6 Wochen erscheint letztere Variante wahrscheinlicher. | |||
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