NEW YORK (Dow Jones)--Stagnation ist am Mittwoch an der Wall Street angesagt. Am Vortag war der Dow Jones Index erstmals seit Mai 2008 über 13.000 Punkte gestiegen. Er konnte die Kursgewinne aber nicht halten und fiel wieder zurück. An den europäischen Börsen sorgen schwache Konjunkturzahlen für Aktienverkäufe auf breiter Front. Auch die skeptische Haltung vieler Akteure zur Rettung Griechenlands bremst den Aufwärtsdrang an den Börsen.
"In Sachen Griechenland bleiben zu viele 'Wenn' und 'Aber'", sagt ein Händler. Mit dem Rettungspaket für das Land sei lediglich Zeit erkauft worden. Mit der Zustimmung der privaten Gläubiger zu einem Schuldenschnitt von 53,5 Prozent und den Abstimmungen in den nationalen Parlamenten über das Paket überwögen die Risiken die Chancen.
Die Terminkontrakte auf die großen Indizes lassen leichte Kursverluste zur Startglocke erwarten. Der Future auf den S&P-500 gibt um 0,3 Prozent nach, der Future auf den Nasdaq-100 verliert 0,2 Prozent.
Sorgen bereitet dem Händler auch, dass der Dow-Jones-Index der US-Transportbranche zuletzt gefallen ist. Der Branchenindex gilt als gutes Abbild der Konjunkturerwartungen und somit auch als zeitlicher Vorläufer für Blue-Chip-Indizes wie den Dow-Jones-Index oder den S&P-500. "Es sieht so aus, als ob der Dow-Jones-Transport-Index nach unten durchbrechen könnte", sagt der Händler. Damit nehme die Gefahr zu, dass auch der Gesamtmarkt unter Druck gerät.
Auch aus anderer Richtung ziehen dunkle Wolken am Börsenhimmel auf. Die Spannungen rund um Iran haben den Ölpreis auf den höchsten Stand seit Mai getrieben. Mit 121 Dollar je Barrel der Nordseesorte Brent ist es bis zu den Höchstständen vergangenen Jahres bei 125 Dollar nicht mehr weit. Börsianern empfinden die hohen Energiepreise zunehmend als Bedrohung. Denn im vergangenen Jahr war der rasant steigende Ölpreis Auslöser einer schwachen Weltwirtschaft - und leitete eine scharfe Korrektur an den Börsen ein.
Dell enttäuscht die Anleger
Aktien von Dell fallen an der Computerbörse Nasdaq um 7 Prozent zurück. Die Quartalszahlen und Prognosen des PC-Herstellers vom Vorabend haben die Anleger enttäuscht. Vor allem Lieferengpässe bei Festplatten belasteten im vierten Quartal, der Gewinn brach um ein Fünftel ein. Kurzfristig dürfte sich die angespannte Situation nicht ändern, teilte Dell mit.
Nach Börsenschluss veröffentlicht mit Hewlett-Packard ein weiteres Schwergewicht aus der Technologiebranche Quartalszahlen. Analysten rechnen im Konsens mit einem Gewinn je Aktie im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres von 0,87 Dollar. An der Nasdaq bewegt sich die Aktie bislang nicht.
Die Aussicht auf eine Kooperation ihrer deutschen Tochter Opel mit Peugeot-Citroen lässt die Aktien des Opel-Mutterkonzerns General Motors bislang kalt. Aktien von GM legen leicht zu. In Paris haussieren dagegen Papiere von Peugeot-Citroen um 15 Prozent. Die Franzosen wie auch Opel gelten als Sorgenkinder der europäischen Automobilbranche.
Citigroup verlieren 1 Prozent. Der US-Großbank droht eine Abschreibung in Milliardenhöhe auf ihre Minderheitsbeteiligung an dem Brokerhaus Morgan Stanley Smith Barney. Die Wertberichtigung könnte den gesamten Gewinn des vergangenen Quartals aufzehren. Auf bis zu 1,8 Milliarden Dollar wird die Abschreibung nach Steuern geschätzt. Im vergangenen Quartal erwirtschaftete die Citigroup 1,2 Milliarden Dollar Gewinn.
Am Dienstag stieg der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) um 0,1 Prozent oder 16 Punkte auf 12.966. Der S&P-500 stieg um 0,1 Prozent oder 1 Zähler auf 1.362. Der Nasdaq-Composite sank um 0,1 Prozent oder 3 Punkte auf 2.949.
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February 22, 2012 08:47 ET (13:47 GMT)
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