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AUF EINEN BLICK/Schuldenschnitt Griechenland und Bankenbeteiligung

DAS EREIGNIS: Das Fristende am 8. März für die Annahme des Schuldenschnitts bei griechischen Anleihen durch Banken, Versicherungen und andere Finanzunternehmen nähert sich. Die Gläubiger müssen bei einer Beteiligung kräftige Verluste hinnehmen.

Die Restrukturierung umfasst Schuldtitel über 206 Milliarden Euro, die von privaten Investoren gehalten werden. Das Umtauschangebot Griechenlands richtet sich aber nur an die Halter von Anleihen über 177 Milliarden Euro, die nach griechischem Recht begeben wurden. Griechenland benötigt eine Zustimmungsquote von mindestens 90 Prozent, um diesen Anleihentausch auf freiwilliger Basis zu vollziehen.

Sollten sich weniger als 90 Prozent der Gläubiger beteiligen, hat Griechenland die Option, die sogenannten "Collective Action Clauses" anzuwenden, also eine Zwangsumschuldung, nach der die Anleihehalter dem Tausch zustimmen müssen. Notwendig dafür wäre ein Gläubigervotum, bei dem die Hälfte des betroffenen Kapitals vertreten sein müsste. Für ein erfolgreiches Votum, das alle Gläubiger bindet, ist wiederum eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

Allerdings würde eine Zwangsumschuldung von den Ratingagenturen aller Voraussicht nach als Zahlungsausfall gewertet und damit die Kreditausfallversicherungen ausgelöst werden.

DIE FRIST: Die Anleihegläubiger müssen sich bis Donnerstagabend (8. März) entscheiden, ob sie den Vorschlag akzeptieren, neue Anleihen mit einem um 53,5 Prozent gekappten Nennwert zu beziehen.

DIE BEDEUTUNG: Der Anleihentausch ist integraler Bestandteil des zweiten, 130 Milliarden Euro umfassenden Hilfspakets für Griechenland. Damit soll verhindert werden, dass das Land als erstes Eurozonen-Land zahlungsunfähig wird, weil es am 20. März eine Anleihe über 14,5 Milliarden Euro nicht tilgen kann. Größte Gläubiger sind Banken und Versicherungen in Frankreich, Deutschland und Griechenland.

DER LENKUNGSAUSSCHUSS:

Finanzunternehmen, die rund 40 Prozent der ausstehenden Schuldtitel halten, haben bereits ihre Zustimmung signalisiert, so das Institute of International Finance. Diese Banken, Versicherungen und Fonds gehören dem Lenkungsausschuss an, der die Konditionen der Umschuldung für den IIF ausgehandelt hat, der rund 450 Finanzinstitute repräsentiert.

Aus dem Lenkungsausschuss beteiligen sich Ageas NV, Allianz SE, Alpha Bank AE, AXA SA, Banque Postale, BNP Paribas SA, CNP Assurances, Commerzbank AG, Credit Agricole SA, Credit Foncier, DekaBank, Deutsche Bank AG, Dexia SA, Emporiki Bank of Greece SA, Eurobank EFG, Assicurazioni Generali SpA, Greylock Capital Management, HSBC Holding PLC, ING Bank, Intesa Sanpaolo SpA, KBC Group NV, Marfin Popular Bank PCL, Metlife, National Bank of Greece SA, Piraeus Bank, Royal Bank of Scotland PLC, Societe Generale SA und UniCredit SpA.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) war als einziges Mitglied des Lenkungsausschusses in der jüngsten Mitteilung des IIF zur Annahme nicht genannt. Am Mittwoch kündigte die Bank nun an, sie werde teilnehmen.

Bei den folgenden Angaben basiert das genannte Volumen auf den letzten verfügbaren Angaben.

Beteiligung                  ausstehendes Volumen (nominal) 
zugesagt                     in Milliarden Euro 
Ageas NV (Belgien)              1,053 
Allianz                         1,3 
AXA SA                          k.A. 
Banque Postale (Frankreich)     k.A. 
BNP Paribas SA                  4,3 
CNP Assurances (Frankreich)     k.A. 
Commerzbank                     3,0 
Credit Agricole SA              0,9 
Credit Foncier (Frankreich)     k.A. 
DekaBank                        k.A. 
Deutsche Bank AG                1,5 
Dexia SA                        2,4 
Generali SpA                    k.A. 
Greylock Capital Management     k.A. 
Helaba, WGZ-Bank,DZ Bank        zusammen 1,5 
HSBC Holding plc                k.A. 
ING Bank                        k.A. 
Intesa Sanpaolo SpA             1,312 
KBC Goup NV                     k.A. 
Kreditanstalt für Wiederaufbau  0,250 
Landesbank Baden-Wuttemberg     0,628 
Metlife                         k.A. 
Munich Re                       1,59 
Royal Bank of Scotland Group    1,92 
Societe Generale                1,016 
Unicredit                       0,541 
griechisches Bankenkonsortium  81 
 davon Pireaus Bank             9 
 davon Alpha Bank AE            k.A. 
 davon Eurobank EFG             k.A. 
 davon National Bank of Greece 18,6 
 davon Marfin Popular Bank      3 
 Emporiki Bank of Greece SA     k.A. 
griechische Pensionsfonds      19 
 
noch keine Äußerungen bzw keine griechischen Anleihen im Bestand 
FMS Wertmanagement (Hypo 
 Real Estate)                   7,2 
EAA (Bad Bank WestLB)           1,1 
Jyske Bank (Dänemark)           0,068 
andere nordische Banken         minimales Volumen bzw keine Anleihen 
Banco BPI SA (Portugal)         0,48 
Millenium Banco Comercial 
 Portugues SA (Portugal)        0,798 
Hellenic Postbank (Griechenld.) k.A. 
ATEbank (Griechenland)          k.A. 
Barclays PLC                    "minimal" 
Standard Chartered PLC          keine Anleihen 
Lloyds Banking Group PLC        keine Anleihen 
2 griechische Pensionsfonds     1,7 
 
ABLEHNUNG 
2 griechische Pensionsfonds     2 
=== 

DJG/DJN/smh/kla

(END) Dow Jones Newswires

March 07, 2012 11:43 ET (16:43 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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