BERLIN (Dow Jones)--Der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler erwartet, dass Griechenland trotz des Schuldenerlasses spätestens im Herbst den Euro verlassen wird. "Ich gehe davon aus, dass Griechenland die Auflagen nicht erfüllen wird, und dass dann keine weitere Tranche ausgezahlt wird und Griechenland dann aus der Eurozone ausscheidet", sagte Schäffler zu Dow Jones Newswires. Dies werde "im Herbst spätestens" der Fall sein. Das Land hat sich für die jüngst zugesagten Hilfen zu umfangreichen Reformmaßnahmen und harten Sanierungsschritten verpflichtet.
Schäffler hat sich als einer der Euro-Rebellen der Liberalen bereits seit langem gegen Hilfen für das Land ausgesprochen und auch gegen die jüngsten Griechen-Hilfen gestimmt. Damit ist er in seiner Partei isoliert, in der er auch den von ihm initiierten Mitgliederentscheid gegen den Euro-Rettungsfonds ESM verloren hatte. Allerdings war auch eine Mehrheit der Deutschen gegen weitere Griechen-Hilfen. Vor der Bundestags-Zustimmung zum zweiten Hilfspaket über 130 Milliarden Euro hatten in einer Emnid-Befragung 62 Prozent gegen diese Hilfen votiert.
Schäffler sagte, nach der Zustimmung von 83,5 Prozent zum Schuldenschnitt müssten in jedem Fall die Umschuldungsklauseln aktiviert werden, und dies stelle unweigerlich ein Kreditereignis dar. "Ich wüsste nicht, was sonst ein Kreditereignis sein soll." Auch damit sah es der FDP-Politiker aber als "illusorisch" an, dass für Griechenland bis 2020 eine Verschuldung von 120,5 Prozent erreicht werden könne. "Die Annahmen sind viel zu positiv, und das wird nicht eintreten", sagte er.
-Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires +49 (0)30 2888 4118, andreas.kissler@dowjones.com DJG/ank/hab
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March 09, 2012 04:49 ET (09:49 GMT)
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