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XETRA-SCHLUSS/Zum Großen Verfall verlassen den Markt die Kräfte

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nochmals zugelegt. Doch nach einem Anstieg auf fast 7.200 Punkte fehlte dem DAX die Kraft und er schloss mit 0,2 Prozent oder 13 auf 7.158 Punkte Aufschlag nur leicht im Plus. Der Große Verfall, bei dem Terminkontrakte und Optionen auf Aktien und Indizes auslaufen, stützte zunächst. Der Abrechnungspreis für die Futures auf den DAX mit Fälligkeit März wurde am Mittag mit 7.193,36 Punkten festgestellt und fiel mit dem Tageshoch bzw neuen Jahreshoch von 7.194 Punkten zusammen.

Danach bröckelten die Kurse aber ab. Durchwachsene US-Konjunkturdaten trugen ihren Teil dazu bei. Der Index der US-Verbraucherstimmung, der Michigan-Index, konnte die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Auch die US-Industrieproduktion blieb hinter den Prognosen zurück, was Volkswirte aber nicht als Warnsignal werteten. "Vor allem die Versorger- und Minenproduktion belasten das Ergebnis. Wichtiger jedoch ist, dass das Verarbeitende Gewerbe den dritten Zuwachs in Folge aufweist, insbesondere nachdem der Januarwert deutlich nach oben revidiert wurde", meinte Ralf Umlauf von der Helaba. Die Umsätze waren verfallstypisch hoch: Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 355,2 (Vortag: 149,0) Millionen Aktien im Wert von rund 9,20 (Vortag: 3,8) Milliarden Euro.

Im Automobilsektor wurden Kursgewinne realisiert. Das Analysehaus Bernstein hatte den Sektor abgestuft und dies mit den hohen Kursgewinnen der Vergangenheit begründet. So hat sich der Sektor seit Anfang 2009 mehr als verdoppelt. Daimler verloren 2,5 Prozent auf 47,23 Euro, VW 0,5 Prozent auf 141,25 Euro.

Siemens stiegen dagegen um 1,6 Prozent auf 79,71 Euro. Die DAX-Schwergewicht wird künftig noch etwas höher gewichtet sein. Fonds, die den Index abbilden, müssen daher ihre Siemens-Position aufstocken. Die Aktien der Commerzbank, die im DAX ebenfalls etwas an Bedeutung gewinnen, zogen um 1,4 Prozent auf 1,95 Euro an.

Die Aktien des Immobilienkonzerns Gagfah verbesserten sich um 8,6 Prozent auf 6,24 Euro. Der milliardenschwere Rechtsstreit zwischen der Stadt Dresden und Gagfah wegen Verstoßes gegen Mieterschutzbestimmungen ist endgültig beigelegt. Der Dresdner Stadtrat stimmte am Vorabend mit 37 gegen 34 Stimmen einem Anfang März ausgehandelten Vergleich zu. Die Titel des Modekonzerns Gerry Weber verloren dagegen 1,9 Prozent auf 29,44 Euro. In den weltweit knapp 3.000 Shops hat Gerry Weber in den Monaten Januar bis März den Umsatz um 7,6 Prozent und den Gewinn um 14 Prozent gesteigert. Beide Kennziffern blieben jedoch leicht unter dem Analystenkonsens.

MDAX-Aufsteiger Dürr fiel um 4,9 Prozent auf 45,21 Euro, Absteiger Heidelberger Druck gewann dagegen 10,6 Prozent auf 1,52 Euro. Beide Werte hatten allerdings schon im Vorfeld stark zugelegt bzw nachgegeben. Die Index-Änderungen werden mit Handelsbeginn am Montag wirksam. Air Berlin büßten 0,9 auf 2,28 Euro ein. Die finanziell angeschlagene Airline ist im vergangenen Jahren trotz gestiegener Umsätze noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

DJG/mif/ros 
 

(END) Dow Jones Newswires

March 16, 2012 13:10 ET (17:10 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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