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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess
Händler und Analysten zeigten sich trotz der Abschwächung des Wachstumstempos im Schlussquartal insgesamt positiv überrascht. Nach Ansicht des Analysten Peter Spengler von der DZ Bank waren die Zahlen überraschend positiv. Zudem habe der Konzern einen guten Jahresauftakt in Aussicht gestellt. In einem etwas festeren Marktumfeld sprang der Aktienkurs um mehr als neun Prozent auf 61,50 Euro in die Höhe.
BELASTUNGEN IM SCHLUSSQUARTAL
Insbesondere die hohe Nachfrage der Autoindustrie nach Spezialkautschuk sorgte 2011 für einen Gewinnsprung um ein Drittel auf 506 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 23 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Getrieben wurde die Entwicklung neben Zukäufen (+6%) insbesondere durch höhere Preise (+17%). Ein positives Mengenwachstum wurde durch Währungsverluste unterdessen aufgezehrt. Lanxess verzichtet im Zweifel weiter eher auf Umsätze, um die Profitabilität hoch zu halten. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen erhöhte sich 2011 um ein Viertel auf 1,15 Milliarden Euro. Die Marge legte auf 13,1 (12,9) Prozent zu.
Gebremst wurde Lanxess im Schlussquartal durch Wartungsstillstände in Kautschuk-Produktionsanlagen und Sonderaufwendungen für eine Neuausrichtung im Pharmageschäft. Die Belastungen lagen hier insgesamt bei rund 55 Millionen Euro. Das Schlussquartal ist bei Lanxess traditionell eher schwach. Angesichts der Unsicherheit bauten die Kunden in fast allen Geschäftsbereichen zudem ihre Bestände ab. Der Konzern erfüllte 2011 die eignen Prognosen und übertraf bis auf den Gewinn die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten leicht.
UMSATZ WÄCHST IN ALLEN REGIONEN ZWEISTELLIG
Im vergangenen Jahr habe der Konzern in allen Regionen den Umsatz zweistellig gesteigert. Am stärksten wuchs Lanxess dabei in Lateinamerika. Für weiteres Wachstum setzt Heitmann auch künftig auf den Trend zur Mobilität. Den Umsatz etwa mit umweltfreundlichen Reifen und Kunststoffen will er von etwa rund 1,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr bis 2015 auf rund 2,7 Milliarden Euro erhöhen. Das Kautschuk- und Kunststoffgeschäft dürfte insbesondere in Asien und Lateinamerika weiter wachsen. In den Agro-Endmärkten sei unterdessen von einer weiter soliden Entwicklung auszugehen. Darüber hinaus werde eine schrittweise Erholung in der Bauindustrie erwartet. Der Konzern hat inzwischen weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter.
Unsicherheiten wie hohe Staatsverschuldung, schwankende Wechselkurse und Rohstoffpreise und ein vorsichtiges Bestellverhalten bei einigen europäischen Kunden blieben bestehen, mahnte Heitmann. Für das erste Quartal 2012 stellte er dennoch ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 330 bis 350 Millionen Euro in Aussicht. Damit werde der Spitzenwert des Vorjahres von 322 Millionen Euro nochmals übertroffen, erklärte er. Für das Gesamtjahr hielt er sich aber noch bedeckt. Einen genaueren Ausblick will er - wie üblich - mit Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal Anfang Mai liefern. "Wir bleiben weiter auf Wachstumskurs und sind auf gutem Weg, unser mittelfristiges Ergebnisziel von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2015 zu erreichen", sagte Heitmann./jha/stk
ISIN DE0005470405
AXC0073 2012-03-22/10:01


