Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE will keine neuen Atomkraftwerke mehr bauen. Nach dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland verabschiedet sich der DAX-Konzern damit auch im Ausland vom Neubau von Nuklearkraftwerken, wie eine Konzernsprecherin Dow Jones Newswires bestätigte.
Zudem plant das Unternehmen den verstärkten Ausbau des Solargeschäfts in Deutschland. So will die RWE AG zusammen mit Stadtwerken Solarkraftwerke bauen und ins Geschäft mit Privatkunden einsteigen. "Mögliche Kooperationen sowohl für den Bau von Solarkraftwerken als auch für den Einstieg in das Privatkundengeschäft werden momentan geprüft", sagte die Sprecherin.
Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung bereits mit Verweis auf informierte Kreise über die Pläne berichtet. Der künftige RWE-Chef Peter Terium hatte dem Artikel zufolge Spitzenmanager des Konzerns bei einem Führungstreffen in Istanbul über den Strategiewechsel informiert.
Die Entscheidung gelte nach dem beschleunigten Atomausstieg in Deutschland als Indiz für einen möglichen Abschied aus dem internationalen Atomgeschäft in den nächsten Jahren und werde auch von den kommunalen Großaktionären des Konzerns befürwortet, hieß es in dem Artikel weiter.
Zuvor hatte die Essener Gesellschaft bereits angekündigt, ihre Nuklearaktivitäten in Großbritannien zu beenden. Das britische Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuclear Power, das RWE gemeinsam mit dem deutschen Marktführer E.ON betreibt, soll verkauft werden. Und auch in Tschechien wollen die Deutschen keine neuen Atomkraftwerke bauen, wie RWE bereits Mitte Mai mitgeteilt hatte.
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June 18, 2012 01:56 ET (05:56 GMT)
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