Dann könne es wieder aufwärts gehen. Nach Ansicht von Solmssen sollte Griechenland im Euro verbleiben. "Zur Drachme zurückzukehren, wäre keine Lösung." Damit stellt sich Siemens gegen führende deutsche Manager wie die Konzernchefs von Linde und Bosch, Wolfgang Reitzle und Franz Fehrenbach, die das anders sehen. "Es gibt immer einen Weg nach vorne, und dafür lohnt sich jede Mühe", sagte Solmssen. Griechenland sei am Boden angelangt, und die Griechen wüssten, dass vieles nun von ihnen selbst abhänge. "Alle sehen, dass es so nicht weitergehen kann." Unterstützung von außen und Reformen im Inneren sollten eine Rettung des Landes möglich machen. Auf die Frage, wo es in Griechenland am meisten hakt, antwortete der Siemens-Vorstand: "Überall dort, wo das politische System nicht mehr von der Bevölkerung getragen wird und die Gesetze von den Bürgern, von der Politik und der Verwaltung nicht mehr gelebt werden." Es komme darauf an, wie das Land geführt werde und ob Offenheit, Transparenz, Sauberkeit nur leere Worte seien. Der Siemens-Vorstand warnt die EU und andere internationale Organisationen vor einer reinen Sparpolitik in Griechenland ohne Zukunftsperspektiven. Es müsse auch investiert werden. Siemens könne sich bei erneuerbaren Energie engagieren. Griechenland habe Wind und Sonne im Überfluss. "Wir wissen, wie man das macht, wir könnten morgen anfangen, aber entscheiden müssen die Griechen." Denkbar wäre, dass die Siemens-eigene Bank die Vorfinanzierung übernehme. Dazu brauche es aber verlässliche Geschäftsgrundlagen.


