Hamburg (ots) - Wettbewerb "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" der 'Financial Times Deutschland' bereits zum siebten Mal veranstaltet / Drei siegreiche Projekte kommen aus Berlin, zwei aus Hannover / Jeweils ein Projekt aus Köln, Hanau, Potsdam, Saarbrücken und Oldenburg gekürt / Preisträger im Rahmen der FTD-Konferenz "Gesundheitswirtschaft 2012" in Berlin geehrt
Die Gewinner des Wettbewerbs "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" der 'Financial Times Deutschland' stehen fest. Aus dem Kreis der insgesamt fast 100 Bewerber wählte eine hochkarätig besetzte Jury die zehn besten Projekte aus. Die Preisträger des bereits zum siebten Mal veranstalteten Wettbewerbs wurden am Dienstag im Rahmen der FTD-Konferenz "Gesundheitswirtschaft 2012" in Berlin gekürt. Drei der ausgezeichneten Projekte kommen aus Berlin, zwei aus Hannover. Jeweils ein Mal trugen sich Teilnehmer Köln, Hanau, Potsdam, Saarbrücken und Oldenburg in die Sieger-Liste ein.
Zur Teilnahme waren Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen der gesamten Gesundheits-Branche aufgerufen. Eingereicht werden konnten vielversprechende Ideen mit einer reellen Chance auf Umsetzung, Pilotprojekte sowie Konzepte, die sich bereits in der Praxis erfolgreich bewähren, und das Gesundheitssystem effizienter, transparenter und qualitativ besser machen. Entscheidungskriterien für die Auszeichnung waren der Innovationsgrad sowie die Relevanz, Effizienz, Durchsetzbarkeit und Reichweite der einzelnen Projekte.
Die Techniker Krankenkasse und das Immanuel Krankenhaus in Berlin überzeugte die Jury mit einem neuen Ansatz bei der Behandlung von Rheumatoider Arthritis. Statt allein auf die Schulmedizin zu setzen, bieten sie den Patienten in Berlin und Brandenburg seit dem 1. Januar 2012 auch naturheilkundliche und alternative Behandlungsmethoden wie Kältekammer- oder Blutegel-Therapie an. Ziel ist es, die Schmerzen, deren Stärke anhand einer Skala bewertet wird, um die Hälfte zu verringern.
Die vom Deutschen Hausärzteverband ins Leben gerufene Initiative HausMed eHealth Services aus Berlin wurde für ihr Angebot ausgezeichnet, das Versicherte unter anderem bei der Raucherentwöhnung und beim Abnehmen unterstützt. Das Zwölf-Wochen-Programm, der so genannte HausMed Coach, begleitet die Teilnehmer auf dem Weg in ein gesünderes Leben und kann zu Präventionszwecken oder im Rahmen der Betreuung chronisch Kranker eingesetzt werden. Den Ablauf stimmen der Internet-Coach und der jeweilige Hausarzt individuell auf den Patienten ab. Mehr als 600 Hausärzte machen inzwischen bei dem im März 2010 gestarteten Projekt mit. Rund 16 Millionen Versicherte können sich bisher die Kosten von ihrer Krankenkasse erstatten lassen.
Das Berliner Sieger-Trio komplettiert die ClinPath GmbH, die die "Intelligente Toilette" entwickelt hat. Durch einen Einsatz in der Toilettenschüssel werden beispielsweise der Glucosegehalt sowie die Färbung und Trübung des Urins gemessen. Gleichzeitig erfassen Sensoren an der Toilettenbrille Gewicht, Temperatur und Blutdruck. Alle Daten werden aufgezeichnet und können per Funk an Pflegeeinrichtungen oder einen Arzt übermittelt werden. Verschlechtern sich die Befunde, kann das medizinische Personal sofort reagieren. Der Prototyp der Toilette ist bereits fertig und soll künftig nicht nur in Kliniken und Seniorenheimen eingesetzt werden, sondern auch im privaten Bereich. Älteren Patienten soll dies ermöglichen, länger zu Hause wohnen zu können, ohne dabei auf medizinische Versorgung verzichten zu müssen.
Die Medizinische Hochschule Hannover und die Techniker Krankenkasse wurden für ihr Projekt gekürt, das schonende Narkoseverfahren, neue Schmerztherapien und Operationsformen auch in der Kinderchirurgie etablieren soll. Bei erwachsenen Patienten gehört diese so genannte Fast-Track-Methode inzwischen zum Standard, bei Kindern allerdings noch nicht. Das Verfahren verzichtet auf Schläuche und Sonden - auch die kleinen Patienten sollen schnell nach dem Eingriff wieder mobil sein und selbst essen können. Auch nach größeren Operationen können Kinder bereits nach drei Tagen die Klinik wieder verlassen. Und auch für die Kliniken bietet das Modell einen Vorteil: Durch die kürzere Verweildauer lohnt sich Fast-Track auch wirtschaftlich.
Als zweites Projekt aus der niedersächsischen Landeshauptstadt würdigte die Jury den digitalen Mutterpass, den die KKH-Allianz ihren Versicherten anbietet. Seit Oktober 2011 können sich werdende Mütter den Mutterpass, den es in Deutschland als Heft für alle relevanten Daten von Mutter und Kind seit 1961 gibt, in Form einer kostenlosen App für das Smartphone im iTunes Store der Firma Apple herunterladen. Ist das Programm auf dem Mobiltelefon installiert, übernimmt es wichtige Funktionen für die Schwangere. Ist das errechnete Entbindungsdatum eingegeben, erstellt sich ein kompletter Schwangerschaftskalender automatisch. Die App erinnert die Frauen an Termine für Ultraschalluntersuchungen oder an Fristen für behördliche Anträge, beispielsweise für das Muttergeld. Darüber hinaus gibt es Informationen zum theoretischen Entwicklungsstand des Babys, zu wichtigen Gesundheitsdaten und ausführliche Erklärungen zur Schwangerschaft.
Zu den zehn Preisträgern des FTD-Wettbewerbs "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" zählt auch das Projekt "Notfall-Lineal". Entwickelt und vorangetrieben von Dr. Jost Kaufmann, Oberarzt der Abteilung für Kinderanästhesie am Kinderkrankenhaus der Stadt Köln, hat die Techniker Krankenkasse gemeinsam mit Kooperationspartnern in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Initiative gestartet, die es Sanitätern erleichtern soll, die richtige Arzneidosis für Kinder zu finden. Da lediglich bei einem sehr kleinen Teil der Notfalleinsätze Kinder betroffen sind, haben die Rettungssanitäter nur wenig Erfahrung mit den kleinen Patienten. So werden Medikamente, die im Notfall Leben retten sollen, bei Einsätzen mit Kindern drei Mal so häufig falsch dosiert wie bei Erwachsenen - dies kann gefährliche Auswirkungen haben. Mit dem Notfall-Lineal ist es möglich, die genaue Größe zu ermitteln und somit auch das Gewicht zu errechnen. Auf dem Lineal selbst finden die Retter außerdem Dosierungsempfehlungen für die wichtigsten bei Notfällen eingesetzten Medikamente. Alle 1.200 Einsatzfahrzeuge in den drei Bundesländern sowie Hubschrauber wurden inzwischen mit dem Lineal ausgestattet.
Mit einem optimierten Versorgungs- und Finanzierungskonzept für psychische Erkrankungen trumpften die Techniker Krankenkasse, die AOK Hessen und das Klinikum Hanau auf. Das bereits gestartete Projekt verbessert die Therapie der Versicherten und koppelt die Vergütung an ein finanzielles Anreizsystem. Um die Therapie der Patienten zu strukturieren, gibt es Fallmanager. Diese kontrollieren nicht nur den Behandlungsplan, sondern halten auch den Kontakt zwischen den Versicherten und den Leistungserbringern. Die Vergütung orientiert sich nicht an den bekannten Regionalbudgets oder Pflegesätzen, sondern ordnet die Patienten in verschiedene Gruppen ein. Die Vergütung hängt also vom Schweregrad der Erkrankung ab - und von der Einordnung in stationäre oder ambulante Versorgung.
Die AOK Nordost mit Hauptsitz in Potsdam sicherte sich mit dem AOK-Gesundheitsnetz einen Platz unter den zehn besten Projekten. Das Gesundheitsnetz soll - ähnlich wie beim Franchising - Ärztenetze unter dem Dach einer Marke vereinen. Schon länger arbeitet die AOK Nordost mit verschiedenen Ärztenetzen zusammen. Diese selektivvertragliche Partnerschaft ist für die Gesundheitsversorgung der Region wichtig. Für die Kassen sind die einzelnen Verträge allerdings unübersichtlich und treiben aufgrund des kasseninternen Bürokratieaufwands die Kosten in die Höhe. Mit dem AOK-Gesundheitsnetz bündelt die Kasse nun ihre Aktivität mit den Netzwerken der hausärztlich-basierten, integrierten Versorgung. Die meisten Selektivverträge sind indikationsbezogen - es geht also nicht um Erfolg der Therapie oder Anzahl der Patienten, sondern lediglich um eine Krankheit, für die ein besonderer Vertrag mit entsprechender Vergütung ausgehandelt wird. Das Projekt der AOK geht einen anderen Weg: Es bietet die Möglichkeit, Module für Service- oder Versorgungsangebote aufzusetzen. Die Kassen und die Ärztenetzwerke schließen lediglich einen Rahmenvertrag. Das erspart den Kassen den internen Aufwand, und die Ärzte behalten ihre Autonomie.
Die IKK Südwest mit Hauptsitz in Saarbrücken kann sich ebenfalls über eine Auszeichnung freuen. Gemeinsam mit der RpDoc Solutions GmbH und der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland hat sie ein Projekt gestartet, das es ermöglicht, das Risiko des plötzlichen Herztodes durch Wechselwirkungen von Medikamenten zu erkennen und zu vermeiden. Das weltweit erste Projekt dieser Art folgt einem dreistufigen Plan. Zunächst müssen die Abrechnungsdaten der Krankenkasse vorliegen, um sie dann im zweiten Schritt durch eine spezielle Software auf risikoreiche Doppelmedikationen oder mögliche Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln zu untersuchen. Im dritten Schritt arbeiten die Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung zusammen, um das Risiko des plötzlichen Herztods durch falsche Arzneimitteltherapie zu vermeiden. Der das Risiko minimierende Arzt wird dabei extrabudgetär durch die IKK Südwest vergütet.
Schließlich wählte die Wettbewerbs-Jury auch das Oldenburger Projekt Pflegeschule.de der drei Studienfreunde Clemens Meyer-Holz, Timo Heinemann und Oliver Diestel unter die zehn besten Ideen. Durch den demografischen Wandel wird Pflege zum Zukunftsthema. Diese Entwicklung greift das Internet-Portal als virtuelle Anlaufstelle für transparente Informationen zu Pflegeberufen auf. Mit einer speziell programmierten Software können Anbieter von Weiterbildungseinrichtungen ihre Kurse auf der Internetpräsenz veröffentlichen, Buchungen annehmen und ein Homepage-Baukasten-System für einen eigenen Internetauftritt nutzen. Weiterbildungsträger und Pflegekursanbieter zahlen eine monatliche Grundgebühr für diesen Service, Hochschulen und Universitäten können sich kostenlos auf dem Portal vorstellen. Das Projekt ist bisher als Testversion online. Es gibt aber bereits namhafte Kooperationspartner wie beispielsweise die Krankenkasse Barmer-GEK.
Zur Jury des siebten Wettbewerbs "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" der FTD gehörten Prof. Dr. Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Fakultät Wirtschaft und Management der Technischen Universität Berlin, Dr. Peter Langkafel, Healthcare Industry Director EMEA bei SAP Deutschland, Prof. Heinz Lohmann, Gesundheitsunternehmer, Sophia Schlette, Koordinatorin für europäische und internationale Beziehungen beim Gemeinsamen Bundesausschuss, Prof. Dr. Jürgen Wasem, Inhaber des Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhls für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen, und Dr. Nikolaus Förster, Mitglied des Chefredakteurkollegiums der G+J Wirtschaftsmedien.
Originaltext: Financial Times Deutschland, G+J Wirtschaftsmedien Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/13087 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_13087.rss2
Pressekontakt: Dr. Nikolaus Förster, Mitglied des Chefredakteurkollegiums der G+J Wirtschaftsmedien Tel.: 0 40/37 03 -83 38 E-Mail: foerster.nikolaus@guj.de
Die Gewinner des Wettbewerbs "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" der 'Financial Times Deutschland' stehen fest. Aus dem Kreis der insgesamt fast 100 Bewerber wählte eine hochkarätig besetzte Jury die zehn besten Projekte aus. Die Preisträger des bereits zum siebten Mal veranstalteten Wettbewerbs wurden am Dienstag im Rahmen der FTD-Konferenz "Gesundheitswirtschaft 2012" in Berlin gekürt. Drei der ausgezeichneten Projekte kommen aus Berlin, zwei aus Hannover. Jeweils ein Mal trugen sich Teilnehmer Köln, Hanau, Potsdam, Saarbrücken und Oldenburg in die Sieger-Liste ein.
Zur Teilnahme waren Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen der gesamten Gesundheits-Branche aufgerufen. Eingereicht werden konnten vielversprechende Ideen mit einer reellen Chance auf Umsetzung, Pilotprojekte sowie Konzepte, die sich bereits in der Praxis erfolgreich bewähren, und das Gesundheitssystem effizienter, transparenter und qualitativ besser machen. Entscheidungskriterien für die Auszeichnung waren der Innovationsgrad sowie die Relevanz, Effizienz, Durchsetzbarkeit und Reichweite der einzelnen Projekte.
Die Techniker Krankenkasse und das Immanuel Krankenhaus in Berlin überzeugte die Jury mit einem neuen Ansatz bei der Behandlung von Rheumatoider Arthritis. Statt allein auf die Schulmedizin zu setzen, bieten sie den Patienten in Berlin und Brandenburg seit dem 1. Januar 2012 auch naturheilkundliche und alternative Behandlungsmethoden wie Kältekammer- oder Blutegel-Therapie an. Ziel ist es, die Schmerzen, deren Stärke anhand einer Skala bewertet wird, um die Hälfte zu verringern.
Die vom Deutschen Hausärzteverband ins Leben gerufene Initiative HausMed eHealth Services aus Berlin wurde für ihr Angebot ausgezeichnet, das Versicherte unter anderem bei der Raucherentwöhnung und beim Abnehmen unterstützt. Das Zwölf-Wochen-Programm, der so genannte HausMed Coach, begleitet die Teilnehmer auf dem Weg in ein gesünderes Leben und kann zu Präventionszwecken oder im Rahmen der Betreuung chronisch Kranker eingesetzt werden. Den Ablauf stimmen der Internet-Coach und der jeweilige Hausarzt individuell auf den Patienten ab. Mehr als 600 Hausärzte machen inzwischen bei dem im März 2010 gestarteten Projekt mit. Rund 16 Millionen Versicherte können sich bisher die Kosten von ihrer Krankenkasse erstatten lassen.
Das Berliner Sieger-Trio komplettiert die ClinPath GmbH, die die "Intelligente Toilette" entwickelt hat. Durch einen Einsatz in der Toilettenschüssel werden beispielsweise der Glucosegehalt sowie die Färbung und Trübung des Urins gemessen. Gleichzeitig erfassen Sensoren an der Toilettenbrille Gewicht, Temperatur und Blutdruck. Alle Daten werden aufgezeichnet und können per Funk an Pflegeeinrichtungen oder einen Arzt übermittelt werden. Verschlechtern sich die Befunde, kann das medizinische Personal sofort reagieren. Der Prototyp der Toilette ist bereits fertig und soll künftig nicht nur in Kliniken und Seniorenheimen eingesetzt werden, sondern auch im privaten Bereich. Älteren Patienten soll dies ermöglichen, länger zu Hause wohnen zu können, ohne dabei auf medizinische Versorgung verzichten zu müssen.
Die Medizinische Hochschule Hannover und die Techniker Krankenkasse wurden für ihr Projekt gekürt, das schonende Narkoseverfahren, neue Schmerztherapien und Operationsformen auch in der Kinderchirurgie etablieren soll. Bei erwachsenen Patienten gehört diese so genannte Fast-Track-Methode inzwischen zum Standard, bei Kindern allerdings noch nicht. Das Verfahren verzichtet auf Schläuche und Sonden - auch die kleinen Patienten sollen schnell nach dem Eingriff wieder mobil sein und selbst essen können. Auch nach größeren Operationen können Kinder bereits nach drei Tagen die Klinik wieder verlassen. Und auch für die Kliniken bietet das Modell einen Vorteil: Durch die kürzere Verweildauer lohnt sich Fast-Track auch wirtschaftlich.
Als zweites Projekt aus der niedersächsischen Landeshauptstadt würdigte die Jury den digitalen Mutterpass, den die KKH-Allianz ihren Versicherten anbietet. Seit Oktober 2011 können sich werdende Mütter den Mutterpass, den es in Deutschland als Heft für alle relevanten Daten von Mutter und Kind seit 1961 gibt, in Form einer kostenlosen App für das Smartphone im iTunes Store der Firma Apple herunterladen. Ist das Programm auf dem Mobiltelefon installiert, übernimmt es wichtige Funktionen für die Schwangere. Ist das errechnete Entbindungsdatum eingegeben, erstellt sich ein kompletter Schwangerschaftskalender automatisch. Die App erinnert die Frauen an Termine für Ultraschalluntersuchungen oder an Fristen für behördliche Anträge, beispielsweise für das Muttergeld. Darüber hinaus gibt es Informationen zum theoretischen Entwicklungsstand des Babys, zu wichtigen Gesundheitsdaten und ausführliche Erklärungen zur Schwangerschaft.
Zu den zehn Preisträgern des FTD-Wettbewerbs "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" zählt auch das Projekt "Notfall-Lineal". Entwickelt und vorangetrieben von Dr. Jost Kaufmann, Oberarzt der Abteilung für Kinderanästhesie am Kinderkrankenhaus der Stadt Köln, hat die Techniker Krankenkasse gemeinsam mit Kooperationspartnern in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Initiative gestartet, die es Sanitätern erleichtern soll, die richtige Arzneidosis für Kinder zu finden. Da lediglich bei einem sehr kleinen Teil der Notfalleinsätze Kinder betroffen sind, haben die Rettungssanitäter nur wenig Erfahrung mit den kleinen Patienten. So werden Medikamente, die im Notfall Leben retten sollen, bei Einsätzen mit Kindern drei Mal so häufig falsch dosiert wie bei Erwachsenen - dies kann gefährliche Auswirkungen haben. Mit dem Notfall-Lineal ist es möglich, die genaue Größe zu ermitteln und somit auch das Gewicht zu errechnen. Auf dem Lineal selbst finden die Retter außerdem Dosierungsempfehlungen für die wichtigsten bei Notfällen eingesetzten Medikamente. Alle 1.200 Einsatzfahrzeuge in den drei Bundesländern sowie Hubschrauber wurden inzwischen mit dem Lineal ausgestattet.
Mit einem optimierten Versorgungs- und Finanzierungskonzept für psychische Erkrankungen trumpften die Techniker Krankenkasse, die AOK Hessen und das Klinikum Hanau auf. Das bereits gestartete Projekt verbessert die Therapie der Versicherten und koppelt die Vergütung an ein finanzielles Anreizsystem. Um die Therapie der Patienten zu strukturieren, gibt es Fallmanager. Diese kontrollieren nicht nur den Behandlungsplan, sondern halten auch den Kontakt zwischen den Versicherten und den Leistungserbringern. Die Vergütung orientiert sich nicht an den bekannten Regionalbudgets oder Pflegesätzen, sondern ordnet die Patienten in verschiedene Gruppen ein. Die Vergütung hängt also vom Schweregrad der Erkrankung ab - und von der Einordnung in stationäre oder ambulante Versorgung.
Die AOK Nordost mit Hauptsitz in Potsdam sicherte sich mit dem AOK-Gesundheitsnetz einen Platz unter den zehn besten Projekten. Das Gesundheitsnetz soll - ähnlich wie beim Franchising - Ärztenetze unter dem Dach einer Marke vereinen. Schon länger arbeitet die AOK Nordost mit verschiedenen Ärztenetzen zusammen. Diese selektivvertragliche Partnerschaft ist für die Gesundheitsversorgung der Region wichtig. Für die Kassen sind die einzelnen Verträge allerdings unübersichtlich und treiben aufgrund des kasseninternen Bürokratieaufwands die Kosten in die Höhe. Mit dem AOK-Gesundheitsnetz bündelt die Kasse nun ihre Aktivität mit den Netzwerken der hausärztlich-basierten, integrierten Versorgung. Die meisten Selektivverträge sind indikationsbezogen - es geht also nicht um Erfolg der Therapie oder Anzahl der Patienten, sondern lediglich um eine Krankheit, für die ein besonderer Vertrag mit entsprechender Vergütung ausgehandelt wird. Das Projekt der AOK geht einen anderen Weg: Es bietet die Möglichkeit, Module für Service- oder Versorgungsangebote aufzusetzen. Die Kassen und die Ärztenetzwerke schließen lediglich einen Rahmenvertrag. Das erspart den Kassen den internen Aufwand, und die Ärzte behalten ihre Autonomie.
Die IKK Südwest mit Hauptsitz in Saarbrücken kann sich ebenfalls über eine Auszeichnung freuen. Gemeinsam mit der RpDoc Solutions GmbH und der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland hat sie ein Projekt gestartet, das es ermöglicht, das Risiko des plötzlichen Herztodes durch Wechselwirkungen von Medikamenten zu erkennen und zu vermeiden. Das weltweit erste Projekt dieser Art folgt einem dreistufigen Plan. Zunächst müssen die Abrechnungsdaten der Krankenkasse vorliegen, um sie dann im zweiten Schritt durch eine spezielle Software auf risikoreiche Doppelmedikationen oder mögliche Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln zu untersuchen. Im dritten Schritt arbeiten die Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung zusammen, um das Risiko des plötzlichen Herztods durch falsche Arzneimitteltherapie zu vermeiden. Der das Risiko minimierende Arzt wird dabei extrabudgetär durch die IKK Südwest vergütet.
Schließlich wählte die Wettbewerbs-Jury auch das Oldenburger Projekt Pflegeschule.de der drei Studienfreunde Clemens Meyer-Holz, Timo Heinemann und Oliver Diestel unter die zehn besten Ideen. Durch den demografischen Wandel wird Pflege zum Zukunftsthema. Diese Entwicklung greift das Internet-Portal als virtuelle Anlaufstelle für transparente Informationen zu Pflegeberufen auf. Mit einer speziell programmierten Software können Anbieter von Weiterbildungseinrichtungen ihre Kurse auf der Internetpräsenz veröffentlichen, Buchungen annehmen und ein Homepage-Baukasten-System für einen eigenen Internetauftritt nutzen. Weiterbildungsträger und Pflegekursanbieter zahlen eine monatliche Grundgebühr für diesen Service, Hochschulen und Universitäten können sich kostenlos auf dem Portal vorstellen. Das Projekt ist bisher als Testversion online. Es gibt aber bereits namhafte Kooperationspartner wie beispielsweise die Krankenkasse Barmer-GEK.
Zur Jury des siebten Wettbewerbs "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" der FTD gehörten Prof. Dr. Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der Fakultät Wirtschaft und Management der Technischen Universität Berlin, Dr. Peter Langkafel, Healthcare Industry Director EMEA bei SAP Deutschland, Prof. Heinz Lohmann, Gesundheitsunternehmer, Sophia Schlette, Koordinatorin für europäische und internationale Beziehungen beim Gemeinsamen Bundesausschuss, Prof. Dr. Jürgen Wasem, Inhaber des Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhls für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen, und Dr. Nikolaus Förster, Mitglied des Chefredakteurkollegiums der G+J Wirtschaftsmedien.
Originaltext: Financial Times Deutschland, G+J Wirtschaftsmedien Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/13087 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_13087.rss2
Pressekontakt: Dr. Nikolaus Förster, Mitglied des Chefredakteurkollegiums der G+J Wirtschaftsmedien Tel.: 0 40/37 03 -83 38 E-Mail: foerster.nikolaus@guj.de
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