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US-Banken und Spanien-Anleihen helfen dem DAX auf die Sprünge

von Jochen Steffens

Der Reigen guter Zahlen der US-Banken geht weiter, dieses Mal mit Die Investmentbank Goldman Sachs konnte ihr Nettoergebnis von zuvor 908 Mio. Dollar auf nunmehr 2,074 Mrd. Dollar steigern. Goldman Sachs kündigte zudem unerwartet an, die Quartalsdividende von zuvor 0,35 Dollar auf 0,46 Dollar anzuheben.

Spanien begibt erfolgreich Anleihen im Wert von mehr als drei Mrd. Euro

Doch das war nicht die einzige gute Nachricht, die dem DAX heute auf die Sprünge geholfen hat. Sondern: Spanien konnte heute Anleihen im Umfang von 3,18 Mrd. Euro ausgeben. Angestrebt waren lediglich 3 Mrd. Euro. Die Auktion war 2,9-fach überzeichnet. Allerdings stieg der Zinssatz einer 12 Monate laufenden Anleihe deutlich von zuvor 1,418 Prozent im März auf jetzt 2,623 Prozent.

Trotzdem werteten die Anleger diese Auktion als Erfolg.

ZEW-Index steigt weiter

Ein letzter Punkt, der insbesondere den DAX motivierte: Der ZEW-Index für Deutschland legte im April 2012 um 1,1 Punkte auf 23,4 Punkte zu. Angesichts der sich verschlechternden Börsensituation hatten einige Analysten mit einem Rückgang gerechnet.

Ist die Konsolidierung nun vorbei?

Bei einem DAX-Gewinn von knapp 2,6 % könnte man sich nun sicherlich fragen, ob denn nun die Korrektur vorbei ist. Dazu ein kurzer Blick auf den DAX-Chart:

Der DAX erholt sich bisher lediglich vom Kurseinbruch der vergangenen Tage. Er hat noch nicht einmal das Zwischenhoch bei 6.971 Punkten erreicht. Erst wenn er diese Marke zurückerobern sollte, wäre dies der Hinweis darauf, dass die Korrektur vorbei ist. In diesem Fall läge das erste Kursziel beim kürzlich erzielten Hoch bei 7.194 Punkten. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Im Moment bastelt der DAX nun doch wieder an einer Art Schulter-Kopf-Schulter-Formation (SKS). Leider nur eine Art, denn die Umsätze stimmen nicht. Vor einiger Zeit hatte ich hier im Steffens Daily belegt, dass gerade in einer Rally im Anschluss eines Crashs solche SKS-ähnlichen Formationen häufig auftreten. Geschieht das, leiten diese fast immer eine Fortsetzung der Rally ein.

Doch auch grundsätzlich gibt es eine Besonderheit bei Formationen, die einer SKS ähneln (aber streng genommen keine sind): Wenn das Schulterniveau der linken Schulter (das linke "S" im Chart hier bei 6.971 Punkten) bei der Ausbildung der rechten Schulter überwunden wird, steigen die Kurse auch wieder bis zu den jüngste Hochs (also auf das Kopf-Niveau / 7194 Punkten). Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei etwa 75 Prozent. Damit gehört diese, in der klassischen Charttechnik nicht beschriebene, Variante zu den Chartformationen mit vergleichsweise hoher Trefferquote.

Sollte sich die rechte Schulter wie im obigen Chart eingezeichnet (rot gestrichelte Linie) ausbilden, müssen wir mit einem Fehlsignal rechnen. In diesem Falle sollte die blaue Nackenlinie kurz unterschritten werden - anschließend kann es dann zu stark steigenden Kursen kommen. Dazu aber mehr, sofern dies eintritt.

Fazit:

Insgesamt zeigt sich, dass die Prognose, die Anleger werden auf die Ergebnisse der US-Banken schauen und entsprechend reagieren, sich weiter auf eindrucksvolle Art und Weise bestätigt. Doch das Thema ist nun so langsam durchs Dorf getrieben und nun wird sich die Börse eine neue "Sau" suchen.

Bei weiter insgesamt guten Quartalszahlen könnten wir aber trotzdem die Fortsetzung der Rally erleben. Insbesondere da unlängst von Seiten der Fed, beziehungsweise eines Fed-Mitglieds, zu hören war, dass die Wirtschaft in den USA wieder Fahrt aufnimmt. Das widerspricht insoweit den zuletzt schlechteren US-Daten. Aber, und das ist das Entscheidende an dieser Nachricht, die Fed dürfte immer etwas besser informiert sein, als wir. Auch wenn es bisher nur ein Fed-Mitglied, die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Cleveland, Sandra Pianalto, gewesen ist, die sich derart optimistisch zeigt, so muss man diese Aussagen ernst nehmen.

Und wie immer werden uns die Charts in den kommenden Tagen signalisieren, ob diese Aussage bestätigt wird oder nicht…

Viele Grüße

Jochen Steffens

© 2012 Börse-Intern
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