Von Greg Bensinger DOW JONES NEWSWIRES
NEW YORK (Dow Jones)--Verizon Wireless buhlt um die Zustimmung der Kartellwächter zur geplanten Übernahme von Mobilfunkfrequenzen von Kabelunternehmen. Der Marktführer am US-Mobilfunkmarkt bietet im Gegenzug für die Freigabe des Deals im Wert von 3,9 Milliarden US-Dollar durch die US-Kartellwächter den Verkauf einiger Frequenzen im 700 Megahertz-Bereich an.
Der geplante Zukauf von Mobilfunkfrequenzen durch das Joint Venture von Verizon Communications und der britischen Vodafone ist einigen Wettbewerbern und auch Verbraucherschützern ein Dorn im Auge. T-Mobile USA hatte die FCC im Februar aufgefordert, das Geschäft zu verhindern. Es stelle ein klare Bedrohung für den Wettbewerb dar, argumentierte die Tochter der Deutschen Telekom.
Den jüngsten Schritt von Verizon Wireless bezeichnete T-Mobile als "taktischen Schachzug". Der Konzern wolle verhindern, dass Wettbewerber das Spektrum der Kabelunternehmen kauften. Der angebotene Verkauf von Aktiva mildere die negativen Folgen der Transaktion für den Wettbewerb nicht, sagte ein T-Mobile-USA-Manager.
Verizon mag beim Einlenken das Scheitern des Verkaufs von T-Mobile USA an AT&T vor Augen gehabt haben. Das Vorhaben im Volumen von 39 Milliarden Dollar war am Widerstand der Kartellwächter von Federal Communications Commission (FCC) und das US-Justizministerium gescheitert.
Die Mobilfunkbetreiber in den USA rangeln um die vorhandenden Konzessionen für Mobilfunkspektren, da die Nutzer inzwischen verstärkt Videos, Musik und Photos auf Tabletcomputer und iPhones laden. Die Durchführung einer neuen Auktion von Lizenzen würde Jahre dauern, hieß es.
Verizon Wireless könnte mit dem angekündigten Verkauf von Lizenzen bis zu 4,5 Milliarden Dollar erlösen, schätzen Analysten. Das Spektrum decke wichtige Städte wie Chicago, Los Angeles, New York und Houston ab.
Erworben hatte der Konzern das 700-Megahertz-Spektrum während einer von der FCC durchgeführten Auktion im Jahr 2008. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wurde das Spektrum bisher nicht genutzt. Man ziehe es vor, die Mobilfunkfrequenzen von mehreren Kabelunternehmen zum Ausbau des schnellen Netzes (4G LTE) zu verwenden. Die Verkäufer Comcast, Time Warner Cable, Bright House Communications und Cox Communications hatten die Frequenzen 2006 und 2008 erworben, sie aber größtenteils nicht für ein eigenes Mobilfunkgeschäft genutzt.
Sollten die Wettbewerbshüter den Kauf untersagen, so müsse Verizon Wireless das bestehende Spektrum mit anderen, noch zu benennenden Spektren ergänzen, sagte Sprecherin Robin Nicol. Sprecher von FCC und Justizministerium wollten sich zu dem Vorgang nicht äußern.
Der Verkauf des 700-Megahertz-Spektrums hängt aber noch von der Zustimmung zu einem anderen Deal ab. Verizon Wireless will ein Spektrum mit Leap Wireless International tauschen. Zudem werden derzeit noch Marketingverträge überprüft, die der Marktführer mit den Kabelunternehmen ausgehandelt hat. Die Firmen wollen jeweils gegenseitig für ihre Produkte werben.
-Von Greg Bensinger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/bam/kla
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April 19, 2012 02:53 ET (06:53 GMT)
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