Unerwartet gute Geschäftszahlen einiger
Großunternehmen haben dem US-Aktienmarkt am Dienstag Gewinne
beschert. Schwergewichte wie der Telefonkonzern AT&T und der Mischkonzern 3M verhalfen dem
Dow Jones Industrial mit guten Quartalszahlen zu einem
Kursplus nach dem trüben Wochenstart vom Montag. Der Leitindex der
New Yorker Börse stieg zuletzt um 0,50 Prozent auf 12.991,91 Punkte.
Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,16 Prozent auf
1.369,14 Punkte. Damit konnten die Standardwerte die
zwischenzeitlichen Gewinne nicht ganz halten. Der Dow hatte sein
Tageshoch bei knapp über 13.050 Punkten markiert.
Der Nasdaq 100 wurde von seinem bedeutendsten
Einzelwert belastet: Apple-Titel drückten mit
einem Verlust von 2,88 Prozent auf den Auswahlindex der
technologielastigen Börse, der 0,91 Prozent auf 2.629,25 Punkte
verlor. Händler am Markt verwiesen auf technische Unterstützungen,
die das Apple-Papier mit enttäuschenden Geschäftszahlen reißen
könnte. Der breitere Composite-Index der Nasdaq verlor
mit einem Minus von 0,59 Prozent auf 2.952,95 Punkten ebenfalls.
Zusätzlich zu den Zahlen aus der Berichtssaison standen
Konjunkturdaten zum in den USA wichtigen Häusermarkt auf der Agenda.
Die Hauspreise hatten gemessen am Case-Shiller-Index zum ersten Mal
seit April 2011 im Vergleich zum Vormonat wieder zugelegt. Die
Verkäufe neuer Häuser hingegen waren wegen eines starken
Vergleichsmonats zurückgegangen. Das Verbrauchervertrauen der
US-Konsumenten zeigte sich ebenfalls etwas eingetrübter als
erwartet. Die Aktienmärkte zeigten sich von den schwächeren Daten
unbeeindruckt. "Die Gewinne der Unternehmen sind gesund", sagte ein
Marktstratege in New York. Die Messlatte liege mittlerweile so tief,
dass sie ohne Schwierigkeiten erreicht werden könne.
Die Titel von AT&T rückten mit einem Plus von 4,02
Prozent an die Dow-Spitze. Die Telefongesellschaft hatte dank eines
starken Mobilfunkgeschäfts ein solides erstes Quartal verzeichnet.
Vor allem das Aktienergebnis lag über den Analystenschätzungen.
Auch bei United Technologies und 3M
überzeugte das Aktienergebnis die Börsianer.
United Technologies weitet wegen der unsicheren wirtschaftlichen
Lage zudem sein Sparprogramm aus und will mehr Geld durch
Spartenverkäufe einnehmen. Die Aktie legte zuletzt leicht um 0,21
Prozent zu. Der Mischkonzern 3M hob nach einem unerwartet kräftigen
Gewinnsprung im ersten Quartal die Prognose für das laufende Jahr
moderat an, was den Aktien ein Plus von 1,54 Prozent bescherte.
IBM-Papiere gewannen 1,05 Prozent. Der
Technologiekonzern stockt seine Quartalsdividende um 13 Prozent auf
85 Cent pro Aktie auf. Außerdem will das Unternehmen für weitere 7
Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen, womit "Big Blue" jetzt
insgesamt 12,7 Milliarden Dollar für Rückkäufe vorgesehen hat.
Der Stahlhersteller United States Steel (US Steel) enttäuschte mit Zahlen, die Aktie gab zuletzt 0,39
Prozent nach. Nach Handelsstart war das Papier um mehr als drei
Prozent eingebrochen. Der Konzern hatte im Vergleich zum Vorquartal
zwar operatives Ergebnis und Umsatz gesteigert, unter dem Strich
stand wegen des verlustreichen Verkaufs serbischer Stahlwerke
dennoch ein Minus von 219 Millionen Dollar. Der US-Konzern hatte zu
Jahresbeginn einen Schlussstrich unter das 2003 begonnene Abenteuer
in Serbien gezogen.
Dass Texas Instruments nach einem
Umsatzrückgang zu Jahresbeginn positive Aussagen zu den
Auftragseingängen machte, ließ die Titel des Chipherstellers
vorbörslich zwar noch steigen. Im regulären Handel hingegen mussten
die Titel zuletzt 1,47 Prozent abgeben. Die Geschäftslage bei Texas
Instruments gilt als Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung,
weil die Bauteile des Chipproduzenten in vielen Elektronik- und
Haushaltsgeräten zum Einsatz kommen./men/he
ISIN XC0009694206 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0297 2012-04-24/20:18