--Neue Medikamente sollen Umsatz antreiben
--Organisches Wachstum im Fokus
--Wenning für Schneider in den Aufsichtsrat
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Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
LEVERKUSEN/KÖLN (Dow Jones)--Dem Bayer-Vorstandsvorsitzenden ist um die Zukunft des Chemie- und Pharmakonzerns nicht bange. "Dank unserer Innovationskraft und der guten Position in den Wachstumsmärkten haben wir auch in Zukunft ein starkes Potenzial", erklärte Marijn Dekkers auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Köln.
Insbesondere das Thema Innovation liegt dem Manager am Herzen. Sie seien die "Lebensader". Neue Produkte in den Teilkonzernen HealthCare und CropScience sollen das organische Umsatzwachstum in den kommenden Jahren beschleunigen. Insbesondere die Pharma-Pipeline ist gut gefüllt.
Das Pharmageschäft war im vergangenen Jahr wegen des Wettbewerbs- und Generikadrucks sowie wegen staatlicher Ausgabenkürzungen im Gesundheitswesen stagniert. So litt Bayer unter dem Patentverlust der Verhütungsmittel der Yasmin-Familie.
Mit dem Gerinnungshemmer Xarelto, dem Augenmittel Eylea sowie den Krebsmitteln Alpharadin und Regorafenib haben die Leverkusener nun gleich vier potenzielle Blockbuster - Medikamente mit Spitzenumsätze von mehr als eine Milliarde Euro Umsatz jährlich.
Um solche innovativen Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, bedürfe es jedoch erheblicher Investitionen, betonte Dekkers. Allein bei Xarelto habe Bayer gemeinsam mit dem Entwicklungspartner Johnson & Johnson rund zwei Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufgebracht. Insgesamt lagen die Forschungskosten bei Bayer in den beiden vergangenen Jahren jeweils bei rund drei Milliarden Euro.
Auch in diesem Jahr ist das Budget entsprechend groß. "Das sind enorme Summen. Und das ist auch der Grund, warum die Anerkennung und angemessene Vergütung für unsere Innovationen - insbesondere im Pharma-Bereich - so wichtig für uns sind", sagte Dekkers.
Es sei verständlich, dass die Kosten im Gesundheitswesen unter Kontrolle bleiben müssten. "Wir sind bereit, uns bei der Entwicklung wirtschaftlicher Lösungen einzubringen. Das muss jedoch mit dem richtigen Augenmaß geschehen", forderte der Vorstandsvorsitzende. Als ein grundlegendes Problem hat Dekkers dabei die mangelnde Wertschätzung für Innovationen in der Gesellschaft insgesamt ausgemacht.
Unter dem Leitsatz "Mehr Innovation - weniger Administration" will Bayer ab 2013 rund 800 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Rund die Hälfte soll in Forschung, Entwicklung und Vermarktung und in die weitere Expansion in den Schwellenländern reinvestiert werden.
Zudem will Bayer Schulden abbauen, um weiteren finanziellen Spielraum zu gewinnen. "Zum Beispiel für Akquisitionen", sagte Dekkers. "Allerdings sehen wir uns nicht unter Druck, kurzfristig größere Akquisitionen zu machen. Wir setzen primär auf organisches Wachstum", bekräftigte er. Jüngst hatten Spekulationen zugenommen, Bayer stünde kurz vor einem milliardenschweren Zukauf.
Für 2011 zog Dekkers eine positive Bilanz. Operativ habe das Unternehmen Fortschritte gemacht. Die Teilkonzerne HealthCare und CropScience hätten ihre Profitabilität verbessert - nach Margenrückgängen in den Jahren 2009 und 2010.
In das neue Jahr sei Bayer gut gestartet, die Wachstumsprognose hatte das Unternehmen bereits am Vortag mit Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal bestätigt. 2013 sollen Umsatz und Ergebnis weiter zunehmen.
Stellung bezog Dekkers nochmals zum rechtlichen Ärger mit der Antibaby-Pille wegen des Vorwurfs der Gesundheitsschädigung. Zum 19. April 2012 waren demzufolge in den USA etwa 11.900 Klagen anhängig. Bislang hat sich Bayer mit 651 Klägerinnen grundsätzlich auf Vergleiche geeinigt für die Gesamtsumme von rund 142 Millionen US-Dollar ohne eine Haftung anzuerkennen. Dabei verfügt Bayer über einen industrieüblichen Versicherungsschutz.
"Im Einzelfall vergleichen wir in den USA nach sorgfältiger Prüfung nur solche Ansprüche, die wegen venösen Blutgerinnseln wie tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien erhoben werden." Die Zahl solcher Fälle könne derzeit nicht abgeschätzt werden. Allerdings werde in weniger als der Hälfte der bislang zugestellten Klagen eine solche Erkrankung behauptet.
Mit Ablauf der Hauptversammlung endet auch die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder. Nach dem Vorschlag des Aufsichtsrats soll der ehemalige Vorstandsvorsitzende Werner Wenning zum 1. Oktober 2012 den Vorsitz in dem Kontrollgremium übernehmen und damit die Nachfolge von Manfred Schneider antreten. Schneider soll bis zum Ablauf des 30. September 2012 weiterhin dem Aufsichtsrat angehören und dessen Vorsitz führen. Wenning soll dann mit dem Ausscheiden Schneiders in den Aufsichtsrat eintreten und den Vorsitz für die übrige Laufzeit der Wahlperiode bis 2017 übernehmen.
Als neue Aufsichtsratsmitglieder der Anteilseigner stehen außerdem Sue H. Rataj, Mitglied im Board of Directors des US-Chemiekonzerns Cabot Corporation, und Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, zur Wahl. Zur Wiederwahl treten an: Paul Achleitner, Clemens Börsig, Klaus Kleinfeld, Helmut Panke und Klaus Sturany. Bis zur Hauptversammlung 2014 sollen darüber hinaus Ekkehard D. Schulz und Ernst-Ludwig Winnacker wiedergewählt werden.
-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/jhe/kla
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April 27, 2012 06:04 ET (10:04 GMT)
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