Drei Raketen soll der ferngesteuerte Flugroboter abgefeuert haben, mindestens eine traf das Ziel und zerstörte den mit bis zu zwölf angeblichen Taliban und ausländischen Kämpfern besetzten Wagen. Dass bei dem Angriff ein Deutscher getötet wurde, verleiht der Aktion diplomatische Brisanz. Denn völkerrechtlich bewegen sich die USA mit ihren kriegsgleichen Einsätzen in Waziristan in einer Grauzone. Und der Tod des Deutschtunesiers Samir H. ist bereits der zweite Fall, bei dem ein Bundesbürger Opfer eines Drohnenangriffs wurde. Im Oktober 2010 kam der 20-jährige Bünyamin E. aus Wuppertal am Stadtrand des wazirischen Ortes Mir Ali ums Leben. Der Fall hatte innenpolitische Debatten ausgelöst, weil das Bundeskriminalamt US-Sicherheitskreise über die Ausreise und die Handy-Daten von Bünyamin E. informiert hatte. Die Hintergründe des Anschlags auf den Pick-up sind noch unklar. Die Mutter des Deutschen fordert deshalb die Bundesregierung auf, den Tod des Sohnes in einem Ermittlungsverfahren aufzuklären. "Das war Mord", behauptet die 54-jährige Konvertitin.