Die EU-Kommission wird Outokumpu die Übernahme von Inoxum, der Edelstahlsparte von ThyssenKrupp, nur unter Auflagen erlauben. Nach Gesprächen mit den Wettbewerbshütern erklärte sich der finnischen Edelstahlhersteller bereit, sich von einem Teil der Produktionskapazitäten von Inoxum und Outokumpu zu trennen. Konkret geht es dabei um den Verkauf der schwedischen Schmelz- und Kaltwalzkapazitäten in Avesta, Nyby und Kloster, von Teilen des europäischen Vertriebsnetzes sowie von zusätzlichen Kaltwalzkapazitäten in Avesta.
Die EU-Wettbewerbshüter hatten zuvor ernsthafte wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert und eine vertiefte Prüfung in die Wege geleitet. Beide Unternehmen würden auf den betroffenen Märkten für den Absatz von Brammen sowie warm- und kaltgewalzten Produkten aus rostfreiem Stahl über erhebliche Marktanteile verfügen, hatte die EU-Kommission die vertiefte Prüfung begründet. Nach der geplanten Übernahme wären nur noch drei integrierte Hersteller von Flachprodukten aus rostfreiem Stahl im Europäischen Wirtschaftsraum tätig.
Die EU-Kommission wird den Zusammenschluss unter Berücksichtigung der Vorschläge von Outokumpu nun bis zum 16. November prüfen.
Die Übernahme von Inoxum durch Outokumpu ist der erste nennenswerte Schritt seit Jahren hin zu mehr Konsolidierung in einer Branche, die unter Überkapazitäten und der Konkurrenz von Niedriglohnländern, hauptsächlich China, leidet. ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger war zuletzt für mehr Konsolidierung eingetreten und hatte erklärt, ein Verkauf von Inoxum könnte die Konzentration in der Branche fördern. Den Verkauf von Inoxum für insgesamt 2,7 Milliarden Euro an die Finnen hatte ThyssenKrupp im Januar eingefädelt.
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September 20, 2012 03:00 ET (07:00 GMT)
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