Mit Streik hat der Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, den Arbeitgebern im aktuellen Tarifkonflikt gedroht. "Wenn in den nächsten Verhandlungen keine Lösung in Sicht ist, werden wir die Rote Karte ziehen", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft dem "Tagesspiegel" (Montag).
Die Metall- und Elektroindustrie "boomt ohne Ende", argumentierte Hofmann. "Manche Arbeitgeber haben offensichtlich noch nicht verstanden, dass die Branche einen Arbeitskampf in dieser Situation überhaupt nicht brauchen kann. Sonst würden wir nicht so viel Zeit ohne ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber verplempert." Was die Arbeitgeber zuletzt vorgelegt hätten, trage nicht zur Lösung bei "sondern vertieft die Gräben".
Die Arbeitgeber hatten drei Prozent angeboten für eine Vertragslaufzeit von 14 Monaten. "Aufs Jahr gerechnet bleiben nur 2,5 Prozent übrig, das gleicht gerade mal die Preissteigerung aus und würde die Beschäftigten ein weiteres Jahr vom Aufschwung abkoppeln", sagte Hofmann der Zeitung aus Berlin.
"Was zusätzlich an Produktion und Produktivität erwirtschaftet wird, wollen die Arbeitgeber allein einsacken. Eine faire Beteiligung der Beschäftigten ist das nicht", kritisierte der Gewerkschafter. "Gleichzeitig nehmen die Arbeitnehmer die goldenen Bilanzen wahr, die derzeit überall veröffentlicht werden." Entsprechend groß sei die Streikbereitschaft in der IG Metall./ff/DP/he
AXC0033 2012-04-29/15:20
