Der weltgrößte Sportartikelhersteller
Nike
"Wir sind es von Nike eigentlich gewohnt, positiv überrascht zu werden", sagte Analyst Paul Swinand von Morningstar. Diesmal habe der Konzern aber auf ganzer Linie enttäuscht. Das Abschneiden des Branchenprimus schürte laut Händlern die Sorge, dass eventuell auch bei der Konkurrenz der Motor ins Stocken geraten sein könnte. Adidas und Puma werden Anfang August ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Puma war bereits im ersten Quartal von der Krise im Euroraum eingeholt worden und hatte überraschend einen Gewinnrückgang gemeldet.
ADIDAS BISLANG NOCH OPTIMISTISCH
Adidas hatte sich im Vergleich dazu erfolgreicher geschlagen und nach einem überraschend starken Jahresauftakt dann Ende April sogar seine Gesamtjahresprognose angehoben. Adidas-Chef Herbert Hainer hatte zudem erst vor kurzem betont, dass die Krise dem Konzern bislang nur wenig habe anhaben können. Da Sportartikel erschwinglich seien und der Trend zu mehr Gesundheit und Fitness immer weitere Kreise ziehe, sei die Branche wesentlich krisenresistenter als andere Industriezweige, sagte er.
Ein Problem, mit dem alle Sportartikelkonzerne zu kämpfen haben, sind die Beschaffungskosten, die durch gestiegene Rohstoffpreise und Löhne in die Höhe geschossen sind. Als Antwort darauf haben die drei großen Hersteller allesamt ihre Preise auf breiter Front angehoben. Bei Nike belasteten im Quartal zudem eine höhere Steuerquote und Aufwendungen im Zusammenhang mit einer Neuorganisation der Marke in Westeuropa den Gewinn. Angesichts der Fußball-Europameisterschaft und den anstehenden Olympischen Spielen hatte Nike außerdem sein Marketingbudget aufgestockt. Verluste machte Nike erneut mit den beiden inzwischen zum Verkauf gestellten Töchtern Umbro und Cole Haan.
NIKE BLEIBT SPITZENREITER
Der Konzernumsatz kletterte von März bis Mai um 12 Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Der Konzern verdankte dies vor allem seinem Heimatmarkt Nordamerika. In Europa schwächte sich hingegen das Wachstum ab. Kräftig zulegen konnte Nike in China, wenngleich sich wegen hoher Lagerbestände in der Region das Tempo verlangsamen werde, wie der Konzern mitteilte.
Im Gesamtgeschäftsjahr 2011/12 erreichte der Umsatz 24,1 Milliarde Dollar (19 Mrd Euro) und der Gewinn 2,2 Milliarden Dollar. Nike ist damit weiterhin die unangefochtene Nummer eins der Branche. Adidas kam im vergangenen Jahr auf gut 13 Milliarden Euro Umsatz und will bis 2015 diesen auf 17 Milliarden ausbauen. Beide Konzerne liefern sich in den meisten ihrer Märkte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nikes Vorsprung gründet vor allem auf Nordamerika, dem mit Abstand wichtigsten Sportmarkt./she/ck/ep/wiz
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AXC0085 2012-06-29/09:50
