Trotz des historischen Zinstiefs langen viele Banken beim Dispokredit zu. Die Deutsche Bank erhöht jetzt die Mindestgebühr für geduldete Überziehungen. Nicht die einzige Bank, die Fixpreise für den Dispo verlangt.
Wenn klamme Kunden der Deutschen Bank in diesem Tagen ihren Kontoauszug ziehen, sollten sie auf das Kleingedruckte achten. Auf einem separaten Blatt steht in kleinen Buchstaben, dass der Branchenprimus ab Juli die Mindestgebühr für die Kunden erhöht, die ihr Konto über die vereinbarte Grenze hinaus überziehen. Ab dem ersten Euro im Soll berechnet das Institut bei Bruch des Limits 6,90 Euro – und das in jedem Quartal. Wer also keinen Disporahmen besitzt oder diesen konstant überzieht, zahlt 27,60 Euro pro Jahr. Bei einem durchgehenden Minus von einem Euro ohne Dispoanspruch entspräche diese Gebühr einem Zins von 2.760 Prozent. Wenn der Zins die Mindestgebühr übersteigt, wird diese verrechnet. Die Deutsche Bank teilte mit, dass sie im Gegenzug den Zinssatz ab Juli von aktuell 17,5 Prozent um 75 Basispunkte senken wird.
Wer diese Kosten nicht akzeptiert, muss der Vertragsanpassung bis zur Einführung widersprechen. Kunden erhalten dann auch die Möglichkeit, ihr "Konto ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kostenfrei zu kündigen". Verbrauchervertreter kritisieren Mindestgebühren für Dispokredite scharf. "Geringfügige Überziehungen führen so zu Kosten jenseits jedes marktüblichen Zinssatzes", sagt Frank Christian Pauli, Bankenexperte ...
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