Der Hersteller von iPhone, iPad und Co. steht kurz davor einen US-Gewinnrekord aufzustellen – und zahlt dabei so wenig Steuern, wie kaum ein anderer Konzern. Apples Steuertricks finden immer mehr Nachahmer.
Der US-Technologiekonzern Apple jagt von Rekord zu Rekord. Auch nach dem Tod von Unternehmensgründer Steve Jobs laufen die Geschäfte mit iPhone, iPad, digitalisierter Musik und kleinen Smartphone-Programmen, den so genannten Apps, prächtig. Wenn es so weiter geht, wie Analysten vermuten, könnte der Überflieger-Konzern in diesem Jahr einem Gewinn von 45,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Für ein US-Unternehmen wäre das neuer Rekord.
Ebenfalls rekordverdächtig ist die Höhe der Unternehmensabgaben, die der Konzern zahlt. Für ein derart erfolgreiches Unternehmen mit Heimat in einem westlichen Industrieland zahlt Apple ungewöhnlich wenig Steuern. Auf die 34,2 Milliarden US-Dollar Gewinn, die Apple im vergangenen Geschäftsjahr auswies, zahlte die IT-Ikone nur Steuern in Höhe von 3,3 Milliarden Dollar – ein Steuersatz von nur 9,8 Prozent. Wie die New York Times (NYT) von ehemaligen Vorstandsmitgliedern erfahren hat, verdankt Apple den niedrigen Steuersatz einer ausgeklügelten Steuerstrategie. Ohne die legalen Steuertricks hätte das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Cupertino 2,4 Milliarden Dollar zusätzlich an die Steuerbehörden überweisen müssen, schätzt ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Finanzministeriums laut NYT. Zum Vergleich: Wal-Mart zahlte auf seinen Bilanzgewinn von 24,4 Milliarden US-Dollar 5,9 Milliarden Dollar Steuer. Das entspricht einem Steuersatz von 24 Prozent.
Wie schafft es Apple, sich derart gekonnt von Steuerzahlungen zu drücken? Der Hightech-Konzern nutzt gleich mehrere Lücken im Steuerrecht sowie die Besonderheiten der Unternehmensstruktur. Die ungewöhnlich erfolgreiche Steuerstrategie von Apple ist inzwischen als "Double Irish with a dutch Sandwich" unter US-Unternehmen bekannt und findet dort viele Nachahmer. Apple profitiert wie auch Google, Amazon oder Microsoft davon, dass ein guter Teil der Gewinne nicht aus dem Verkauf von Hardware, sondern aus dem Geschäft mit Lizenzgebühren und geistigem Eigentum stammen, etwa digitalen Produkten wie Software oder Apps, an denen das Unternehmen Patente hält. Denn für eine Unternehmen, dass mit derlei Produkten Geld verdient, ist es viel einfacher, Gewinne in Niedrigsteuer-Länder zu verlagern. Schließlich lassen sich solche Produkte von überall aus verkaufen.
Die Steuervermeidungsstrategie
Obwohl die Technolgie-Unternehmen heute zu einer der größten und wertvollsten Industrien zählen, zahlen viele dieser Unternehmen in den USA auffallend niedrige Steuern. Laut NYT berappen die 71 Tech-Konzerne, die im US-Aktienindex S&P 500 gelistet sind, ein Drittel weniger Steuern als die übrigen S&P-500-Unternehmen. Und selbst innerhalb ...
Den vollständigen Artikel lesen ...

