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Schafft der Dow Jones den Ausbruch?

von Jochen Steffens

Der Dow Jones hat gestern zumindest intraday seine Jahreshoch geknackt. Ein starkes Zeichen, das allerdings aus charttechnischer Sicht noch einer Bestätigung bedarf. Der Ausbruch muss nun auch noch auf Schlusskursbasis gelingen. Der DAX konnte nach diesen positiven Vorgaben zunächst gut in den Tag starten. Allerdings führten schlechte Einkaufsmanagerindizes in Italien und Spanien dazu, dass die Gewinne schnell wieder abgegeben wurden.

ISM-Index überrascht positiv ohne Inflationshinweis

Doch zunächst die Gründe für den gestrigen Anstieg des Dow Jones: Der vielleicht meist beachtete Index zu den US-Konjunkturdaten, der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes, überraschte gestern positiv. Er stieg auf 54,8 Zähler. Analysten hatten lediglich mit 53,0 Punkten gerechnet.

Interessant ist dabei im Zusammenhang mit der Inflationsfrage, dass der Preisindex die Steigerung des ISM-Index in den vergangenen Monaten nicht mehr mitmacht. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Fed tatsächlich noch keine große Sorge vor einer Inflation haben muss.

Beschäftigungsindex lässt hoffen

Doch ein anderer Aspekt des ISM-Index ist gerade in dieser Woche interessant. Am Freitag wird, wie an jedem 1. Freitag im Monat, der offizielle US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Und hier ließ der Unterindikator des ISM-Index "Beschäftigung" hoffen. Dazu die Entwicklung des ISM-Index mit dem Beschäftigungsindex seit dem Jahr 2000:

Sie erkennen eine deutliche Erholung dieser Komponente die, ähnlich wie in 2010 schon einmal, wieder in den "sehr positiven" Bereich vordringt. Insbesondere, wenn man die Werte mit den vergangenen zwölf Jahren vergleicht. Dies ließ einige Anleger hoffen, dass am Freitag positive Überraschungen vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht werden.

ADP-Daten enttäuschen

Doch diese Hoffnung wurde heute wieder jäh gedämpft. Die Daten von Automatic Data Processing (ADP) wiesen einen Anstieg der Beschäftigten von 119.000 aus. Analysten hatten jedoch mit 178.000 nach 201.000 Stellen im Monat zuvor gerechnet. Das dürfte neben den schlechten Vorgaben aus Europa einer der Gründe für den schlechten Start in den USA gewesen sein.

Wir erkennen bei den ADP-Daten eine seit Monaten eher abwärts gerichtete Tendenz. Wir wissen, dass die Daten nicht eins zu eins auf den US-Arbeitsmarktbericht anzuwenden sind. Doch die Tendenz wird sich auch in dem offiziellen Bericht widerspiegeln. Und das hat die Märkte nach den guten Zahlen zur Beschäftigung des ISM-Index heute wieder verunsichert. Eine wichtige Indikation liefert auch die Entwicklung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die morgen um 14.30 Uhr MEZ veröffentlicht werden. Dazu dann morgen mehr.

Fazit:

Trotz der Probleme in der EU geraten die Märkte nun immer mehr in den Bann der US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden. Die bisherigen Zahlen sind nicht eindeutig. Insgesamt zeigen die US-Indizes bisher aber im Vergleich zu den europäischen Indizes eine beeindruckende Stärke, die zurzeit zumindest noch auf eine Fortsetzung der dortigen Rally hinweist. Die Gefahr von Fehlsignalen besteht aber mindestens so lange, bis der Dow Jones nicht auf Schlusskursbasis ein neues Jahreshoch ausgebildet hat. Es wird also interessant in den kommenden beiden Tagen. Schafft der Dow den Ausbruch oder nicht?

Viele Grüße

Jochen Steffens

© 2012 Börse-Intern
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