--Verkaufsmonate März und April sind für Opel positiv verlaufen
--Opel kommt mit Plänen zur Kostenreduzierung voran
--Sanierungsplan soll laut Stracke im Sommer stehen
(NEU: Details, Aussagen aus Telefonkonferenz)
Von Nico Schmidt DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Opel kommt bei den Bemühungen, wieder profitabel zu werden, offenbar langsam vom Fleck: "Obwohl mich die Geschäftszahlen absolut nicht zufriedenstellen, sehe ich jedoch viele Anzeichen für Fortschritte", schrieb Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke in einem Brief an die Mitarbeiter.
So hätten sich nach einer schwachen Entwicklung in den ersten beiden Monaten des Jahres unter anderem im März die Verkaufsszahlen verbessert. "Gemäß den Zahlen des Verbands der Europäischen Automobilhersteller war Opel im März die drittstärkste Marke in Europa auf dem Sektor der Pkws", schrieb Stracke.
Der Marktanteil habe bei 6,5 Prozent gelegen und werde dank neuer Modelle in den kommenden Monaten voraussichtlich zulegen. Auch im April sei mit einem guten Verkaufsergebnis zu rechnen, sagte Stracke in einer Telefonkonferenz. "Was die Materialkosten angeht, haben wir unsere Pläne zur Kostenreduzierung in den ersten drei Monaten sogar übertroffen".
Die Opel-Mutter General Motors legte am Mittag ihre Ergebnisse für das Auftaktquartal vor. Zwar übertraf der US-Autogigant dank des florierenden nordamerikanischen Automarktes die Erwartungen im ersten Quartal klar und häufte einen stattlichen Gewinn an, im Europageschäft mit den Marken Opel und Vauxhall verlor der Konzern operativ aber 256 Millionen US-Dollar. Das ist zwar ein ganzes Stück weniger Verlust als im letzten Jahresviertel 2011, im Vorjahr war allerdings noch die Gewinnschwelle erreicht worden.
Seit Ende des vergangenen Jahrtausends haben sich in Rüsselsheim mittlerweile Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe aufsummiert. "Vor dem Hintergrund des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds (in Europa) wird unser Verlust niemanden überraschen", schrieb Stracke. Laut dem Manager haben Analysten für GM in Europa sogar ein Minus von 400 Millionen Euro prognostiziert. Auch andere Volumenhersteller auf dem Automobilsektor hätten zuletzt ähnlich schwache Zahlen für ihr Europageschäft vorgelegt.
"Wir haben noch viel zu tun", gestand Stracke allerdings ein. Da das Hauptaugenmerk auf der Profitabilität liege, werde das Management aggressiv alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um Opel wieder in die Gewinnzone zurückzuführen. "Wir werden unsere Hausaufgaben machen".
Naturgemäß brauche es aber Zeit, um wieder nachhaltig schwarze Zahlen schreiben. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über Überkapazitäten und Werksauslastungen laufen laut dem Manager gut. Es gebe Fortschritte. Seit der als gesättigt geltende europäische Automobilmarkt im Zuge der Schuldenkrise wieder auf Schrumpfkurs ist, geht in Rüsselsheim und an den anderen Opel-Standorten die Angst vor einer neuen Sparrunde um, inklusive Stellenabbau und Werksschließungen.
Stracke bekräftige, sich an die gültigen Verträge mit den Arbeitnehmern halten zu wollen. Seit der letzten Sanierung, die rund 8.000 Arbeitsplätze und das Werk in Antwerpen kostete, sind Kündigungen und neuerliche Werksschließungen bis Ende 2014 ausgeschlossen. Im Sommer solle der Sanierungsplan stehen, bekräftigte Stracke.
Eine Weichenstellung könnte es aber schon eher geben: In "naher Zukunft" soll laut Stracke darüber entschieden werden, wo die nächste Generation des wichtigen Kompaktwagens Astra vom Band laufen soll. Diese Entscheidung gilt als wegweisend dafür, welches Werk mittelfristig geschlossen werden könnte. Der Astra wird momentan in Gliwice in Polen, in Rüsselsheim und Ellesmere Port sowie in Bochum gefertigt. Die beiden letztgenannten Standorte könnten dem Vernehmen nach auf der Abschussliste stehen.
In seinem Brief an die Mitarbeiter versuchte Stracke, die Belegschaft trotz aller Schwierigkeiten auf die Zukunft einzuschwören. Jeder Opelaner könne mit Stolz und Selbstvertrauen auf die aktuelle Produktoffensive blicken, schrieb er. Weitere attraktive Fahrzeuge seien geplant. Opel will eine überarbeitete Version des Astra, einen neuen viertürigen Astra mit Stufenheck und den komplett neuen Kompakt-SUV Mokka auf den Markt bringen.
Zudem soll ein Kleinstwagen, der unter dem Arbeitstitel "Junior" bekannt ist, neue Käufer zur Marke mit dem Blitz locken. Der offizielle Name des kleinen Hoffnungsträgers soll nächste Woche bekanntgegeben werden.
-Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 -(0)69 297 25 114; nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/mgo
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May 03, 2012 12:33 ET (16:33 GMT)
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