Weitere enttäuschende Daten vom
US-Arbeitsmarkt haben am Freitag erneut auf die Kurse an der Wall
Street gedrückt. Die Sorge der Anleger über eine sich abschwächende
Konjunktur in den Vereinigten Staaten nehme zu, sagten Börsianer.
Der Dow Jones Industrial ging mit einem Abschlag von 1,27
Prozent auf 13.038,27 Punkte in das Wochenende. Binnen Wochenfrist
hat der Leitindex damit 1,44 Prozent verloren, nachdem der Dow noch
am Dienstag auf den höchsten Stand seit Ende 2007 geklettert war.
Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 1,61 Prozent
auf 1.369,10 Zähler. Der Wochenverlust im Index beträgt 2,44 Prozent
- und ist damit der höchste seit Jahresbeginn. Abwärts ging es auch
für den Nasdaq-Composite-Index , der 2,25 Prozent auf
2.956,34 Punkte verlor. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gab
um 2,47 Prozent auf 2.637,92 Punkte ab.
Einige Marktbeobachter befürchten für die US-Börsen bereits
ähnlich hohe Rückschläge wie in den beiden Jahren zuvor, als sich im
Frühjahr das Wirtschaftswachstum abgeschwächt hatte. Im Vergleich zu
damals sind die Aktien aber noch deutlich billiger zu haben - im
Schnitt etwa zehn Prozent, wie aus den Berechnungen eines
Vermögensverwalters hervorgeht.
BANKENWERTE UNTER DRUCK
In den USA waren im vergangenen Monat weniger Jobs geschaffen
worden als erwartet. Viele Marktbeobachter zeigten sich über die
nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt und das Sinken der Kaufkraft
der Amerikaner besorgt. Gleichzeitig kamen am Markt wieder
Hoffnungen auf, dass nun die US-Notenbank Fed nun doch noch
besondere Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung ergreifen könnte,
um die Wirtschaft der Vereinigten Staaten wieder anzukurbeln. "Die
Chancen auf ein drittes Anleihenkaufprogramm (QE3) sind nun wieder
gestiegen", sagte ein Investor.
Zu den größten Verlierern im Dow gehörten Bankenwerte: Bank of
America und JPMorgan verloren jeweils rund drei Prozent. Titel von Dow-Mitglied Alcoa
sackten um 2,19 Prozent auf 9,37 US-Dollar ab.
Der Aluminium-Hersteller hat seinen Anteilseignern am Tag der
Hauptversammlung eine Quartalsausschüttung von 0,03 Dollar
angekündigt.
LINKEDIN GEHT EINKAUFEN
Neuigkeiten gab es auf Unternehmensseite auch vom
Karriere-Netzwerk LinkedIn . Der Konzern leistet sich nach
einem starken Quartal einen Zukauf. Für knapp 119 Millionen
US-Dollar wird die Plattform SlideShare übernommen, auf die vor
allem Präsentationen hochgeladen werden. Die Aktien schlossen mit
einem Kursplus von 7,21 Prozent auf 117,30 Dollar. Zuvor hatten sie
bei 120,63 Dollar den höchsten Kurs seit ihrem Börsengang im Mai
2011 erreicht.
Unter den weiteren Einzelwerten standen First Solar im Fokus. Produktionskürzungen und eine Verringerung der Belegschaft
um 30 Prozent verursachten den zweiten Quartalsverlust in der
Unternehmensgeschichte. Mitte April hatte der US-Konzern
beschlossen, seine Fabrik in Frankfurt/Oder zu schließen und in
Deutschland mehr als 1.200 Stellen zu streichen. In die Zukunft
blickt First Solar aber optimistisch. Die Anteilsscheine sanken um
6,25 Prozent auf 16,94 Dollar.
UPS WILL EIGENE AKTIEN ZURÜCKKAUFEN
Demgegenüber verdiente der vom Staat vor dem Bankrott gerettete
US-Versicherer AIG im ersten Quartal fast sieben
Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum, und alle Kerngeschäfte waren
profitabel. Gleichwohl gab die Aktie um knapp vier Prozent nach.
Allerdings hat das Papier auch einen mehrtägigen Aufwärtskurs hinter
sich.
Der Paketdienst United Parcel Service (UPS) will für fünf Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Die
angepeilte Übernahme des niederländischen Wettbewerbers TNT Express
<2TN.FSE> wollen die Amerikaner zudem nun mit mehr
Bargeld als bisher vorgesehen finanzieren. Ferner sollen die
UPS-Aktionäre eine Quartalsdividende von 0,57 Dollar erhalten. Die
Papiere gaben nach zwischenzeitlichen Gewinnen bis Handelsende um
ein knappes halbes Prozent nach.
YAHOO SCHWACH - GROSSAKTIONÄR FORDERT ENTLASSUNG VON
UNTERNEHMENSCHEF
An der Nasdaq verloren die Titel von Yahoo 1,62 Prozent auf 15,15 Dollar. Der Großaktionär, der den falschen
akademischen Abschluss im Lebenslauf von Konzernchef Scott Thompson
aufspürte, fordert jetzt dessen Entlassung. Der Fondsmanager Dan
Loeb verlangte vom Verwaltungsrat des Internet-Konzerns am Freitag,
sich bis Montagmittag von Thompson zu trennen und Auskunft über den
Auswahlprozess bei der Berufung des heutigen Chefs zu geben./tav/he
ISIN US2605661048 XC0009694271 US6311011026 US78378X1072
AXC0283 2012-05-04/22:31