Erst seit kurzem schießt der neue "Italo" über Italiens Gleise. Dahinter steckt nicht nur Ferrari-Präsident Montezemolo, sondern auch andere namhafte Investoren. Es ist ein Rennen von Luxusunternehmen gegen den Staat.
Stazione Porta Garibaldi in Mailand. "Hier gibt es keine Fahrkarten für den Italo", grummelt der grauhaarige Herr in grüner Uniform hinter der Scheibe. "Die haben ihren eigenen Ticketschalter." Wo der zu finden ist? "Keine Ahnung." Am Fahrkartenautomaten kann man ebenfalls keine Tickets für den neuen, privaten Hochgeschwindigkeitszug von NTV (Nuovo Trasporto Viaggiatori) kaufen. Auch in der Bahnhofsapotheke weiß keiner, wo es die Fahrkarten gibt: "Italo? Noch nie gehört." Letztlich kann die Dame an der Espressomaschine im Schnellrestaurant Bracco Cafè weiterhelfen: "Da müssen Sie runter ins Kellergeschoss. Da stehen die Automaten."
Verbannt in die Schmuddelecke im Tiefgeschoss macht NTV das Beste draus. Das moderne Ambiente mit roten Ledersitzen hat nichts vom klassischen Wartesaal: in der Mitte ein runder Empfang ohne jede Verglasung, an den Wänden Tische zum Ausklappen mit Strom und Internet-Verbindung. An meterhohen Touch-Screens können die Kunden ihre Fahrkarten kaufen. Überall bieten junge Damen und Herren in dunkelroten Jacken zur grauen Hose ihre Hilfe an. Auch außerhalb des Wartesaals geleiten sie die Reisenden fast bis zum Zug, damit sie auch das Gleis 16 finden - am hinteren Ende des Bahnhofs.
"Italo" gegen "Frecciarossa" von der ...
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