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Dow Jones News
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Deutsche Börse rechnet mit IPO-Welle

Von Herbert Rude 
DOW JONES NEWSWIRES 
 

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Börse AG bereitet sich auf eine Welle von Börsengängen (IPOs) vor. "Derzeit könnten weit über 1.000 mittelständische deutsche Unternehmen umstandslos an die Börse gehen und jedes sechste von ihnen kann sich einen Börsengang bereits vorstellen", sagte Frank Gerstenschläger, Vorstandsmitglied des Börsenbetreibers, auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt. Der Boom werde vermutlich spätestens 2013 einsetzen. "Und an Kapital ist kein Mangel", meint Gerstenschläger.

Derzeit bevorzugten Anleger zwar andere Anlagemöglichkeiten wie Immobilien, Rohstoffe oder Anleihen. Deren Aufnahmefähigkeit stoße aber an Grenzen, so Gerstenschläger, der auch deshalb mit einer Renaissance der Aktie rechnet. Die Unternehmen wollten sich mit Börsengängen unabhängiger vom Fremdkapital im Allgemeinen und von der Bankenfinanzierung im Besonderen machen.

Die Deutsche Börse ist nach Ansicht des Vorstands im Vergleich zu den Wettbewerbern bereits gut für die IPOs aufgestellt. Die Kosten für die Unternehmen seien niedriger als an den Börsen in London und Hongkong, und bei den Preisspannen bringe die Deutsche Börse die Preisvorstellungen von Unternehmen und Investoren besser zusammen, wie Untersuchungen zeigten.

"Allerdings werden auch viele Unternehmen vom Kurszettel verschwinden", so Gerstenschläger mit Blick darauf, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen im derzeit noch bestehenden unregulierten Freiverkehr den Aufstieg in den regulierteren Entry Standard nicht schaffen werde. Nur etwa 20 Unternehmen hätten den Übergang, der im März begonnen hat, bereits bewältigt. Zum 1. Juli würden nun die neuen Regeln eingeführt, mit denen die Börse einen "kontinulierlichen standardisierten und transparenten Informationsfluss von den Unternehmen zu den Investoren" verlange.

Im unregulierten Offenen Markt sei der Informationsfluss nach den Börsengängen abgerissen, das Segment sei von "vollkommener Intransparenz" geprägt worden. Die Neuordnung mit dem so genannten Entry Standard als neuem Schwerpunkt für kleinere Werte gilt auch als Konsequenz aus den Verdachtsfällen auf Betrug, die sich dort gehäuft hatten. Die neue Segmentierung mit den neuen Regeln nach internationalen Standards soll noch vor dem Jahresende umgesetzt werden.

-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, 
 +49 (0)69 29 725 217, herbert.rude@dowjones.com 
 DJG/hru/flf 

(END) Dow Jones Newswires

May 07, 2012 06:55 ET (10:55 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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